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am 16.04.2026 11:29
Hallo,
ich möchte hier mal exemplarisch an meinem aktuellen Problem dokumentieren,
wie eine "strukturierte" Hotline-Architektur das real nicht vorhandene Interesse
von Vodafone am Kunden in aller Deutlichkeit manifestiert.
Ausgangslage
Seit > 4 Wochen habe ich massive, tägliche Ausfälle im Kabel-Internet.
Brav, wie ich als Kunde nun mal bin, erst einmal im Internet nach Störungen
an meiner PLZ geforscht. Dort war auch eine hochpriorisierte Störung
(unbekanntes (!), sporadisch auftretendes Störsignal im Netz) vermerkt.
Da ich mir seit über 5 Jahren, u.a. auch wegen der Unzuverlässigkeit des
VF-Kabelnetzes, einen 2. Breitbandanschluss als Art Backup leiste
(Deutsche Glasfaser - noch nie(!) ausgefallen), war ich zunächst recht
entspannt bzgl. der z.T. stundenlangen Internet-Ausfälle.
Und dennoch bleibt ein gravierendes Problem für mich bestehen: mein internes
Hausnetz wird über die VF-Kabelbox (Fritz-Router) aufgespannt. Nun passiert
es bei den Ausfällen, dass die ganze Box in hektische Aktivitäten verfällt,
die auch das Hausnetz über Stunden rauf- und runterfährt.
Die Box blinkt wie ein Weihnachtsbaum und wichtige Netzelemente und
Sicherheitssysteme sind nicht, oder nur nach Lust und Laune zugreifbar.
Ich habe einen Vodafone-Umsatz über alle Verträge von über 200 EUR/Monat
Servicegespräch
Heute nun Kontaktaufnahme mit der Hotline. Deren Struktur ist bekannt:
Voice-Menü versucht das Kundenanliegen zu ermitteln, um zur "richtigen"
Zuständigkeit zu routen. Natürlich ist auch bekannt, dass im 1st-Level-Support
alles die selben Call-Agenten sitzen, nur je nach Anliegen individuelle Zugriffsrechte
haben 😉. Die Agenten haben alle inhaltlich ausschließlich rudimentäre Schulungs-Kenntnisse.
Das Gespräch verlief wie erwartet mit einigen Sonntagsreden des Agenten und
er leite das alles natürlich mit höchster Dringlichkeit weiter, bla, bla, bla...
Da ich wegen der Massierung an Problemen mit meinem Anschluss ernsthaft darüber
nachdenke, meine Verträge nach insgesamt > 25J bei Vodafone zu kündigen und komplett auf
meinen bestehenden Glasfaseranschluss zu migrieren, habe ich dies dem Agenten am Telefon
sachlich(!) so mitgeteilt. Ich habe deutlich gemacht, dass der Umgang mit dem aktuellen
Problem nun das eine Mal zu viel sein könnte.
Darauf erhalte ich sinngemäß folgende Antwort:
"Das brauchen Sie mir alles nicht erzählen, das interessiert mich nicht, weil
es es keinen Sinn macht mir das zu erzählen. Wenden Sie sich an die Vertragsabteilung,
ich bin für Störungen zuständig und ich habe die Störung weitergeleitet, brauchen
Sie sonst nocht etwas?"
Ich fasse zusammen:
Ein von der Vodafone GmbH beschäftigter oder beauftragter MA, der das Unternehmen
damit ggü. mir als Kunde vertritt, interessiert sich nicht für eine möglich Kündigung
von >200 EUR ARPU, die ja z.T. in unmittelbarem Zusammenhang steht mit einem Problem
aus seinem "Zuständigkeitsbereich"?! Und zur Krönung teilt er mir das auch noch
unmissverständlich mit??
Vor dem Hintergrund, das Vodafone seit Jahren mit sinkenden Service-Umsätzen zu
kämpfen hat, ist das schon sehr bemerkenswert...
am 16.04.2026 12:04
Hallo @Miner ,
wen ich einen Glasfaseranschluß habe der zu 100% funktioniert, warum nutze ich diesen als Backup und nicht dauerhaft?
Gruß Hermes1
am 16.04.2026 12:26
Hi @Hermes1
ich leiste mir den Luxus, darüber alle chinesischen Cloudanwendungen wie z.B. Saugroboter oder registrierungspflichtige Anwendungen laufen zu lassen. Ich bin noch aus der alten Schule: mein Heimnetz ist MEIN Netz, es ist zu 100% gekapselt und verlässt KEINE Daten 😉
Grüsse
Miner
am 16.04.2026 12:49
@Miner schrieb:Ich bin noch aus der alten Schule: mein Heimnetz ist MEIN Netz, es ist zu 100% gekapselt und verlässt KEINE Daten
mit "alter Schule" hat das nichts zu tun und dafür braucht man auch keine zwei Anschlüsse, sondern eine sinnvolle Konfiguaration der Firewall ("neue Schule")
16.04.2026 12:55 - bearbeitet 16.04.2026 12:56
Für 100% gekapselt gibt es einen sehr einfachen Weg! Einfach den Router komplett vom Internet trennen. Ansonsten funkt alles irgendwie nach Hause.
am 16.04.2026 12:57
Und Vodafone interessiert dein Umsatz von 200 € im Monat nicht - das juckt dort niemanden, ob du zu einem anderen Anbieter wechselst oder nicht.
Mal davon abgesehen: Wenn man schon zwei Anbieter hat, betreibt man sinnigerweise eine Dual-WAN-fähige Firewall und KEINE FritzBox (oder die FritzBox höchstens als Modem VOR der DualWAN-fähigen Firewall), so dass eben dieses Weihnachtsbaum-Verhalten (was bei Kabel-FritzBoxen nicht normal ist - außer die bekommen von außen ein Neustart-Signal, sonst blinkt nur die Info-LED oder die Internet-LED als Anzeige dafür, dass die Internetverbindung weg ist - aber es startet nichts neu o.ä.) nicht auf das eigene Heimnetz durchschlägt...
am 16.04.2026 13:46
Damit kein Missverständnis entsteht: mit alter Schule habe ich auf neudeutsch nur meinen "mindset" bzgl. Umgang mit Daten umschreiben wollen.
Technische Lösungen waren damit bewusst nicht gemeint. Da bin ich einfach nur pragmatisch. Ich hatte irgendwann die Gelegenheit, einen Glasfaseranschluss zu bekommen - den habe ich einfach behalten und schmeiße da alle offensichtlichen Datenkraken rein. Ist technisch gesehen nicht "neue Schule", aber besser als nix. Ich möchte meine Lebenszeit nicht damit verschwenden, den Status eines Pro-Users zu erreichen bzw. zu erhalten.
am 16.04.2026 13:55
dann mach es doch einfach andersrum: dein Heimnetz über Glasfaser und das ganze China Zeugs ins Kabel
oder du packst die Chinakracher in das Gastnetz um sie vom Heimnetz zu trennen und sparst dir so den zweiten Kabel-Internetzugang, kostet ja auch alles Geld... 😉
am 16.04.2026 14:07
@reneromann schrieb:Und Vodafone interessiert dein Umsatz von 200 € im Monat nicht - das juckt dort niemanden, ob du zu einem anderen Anbieter wechselst oder nicht.
...
Ich weiß nicht, welche Erkenntnisse Deinerseits dieser Aussage zugrunde liegen, aber ich habe 25 Jahre als Data Scientist im Kundenmarketing von Vodafone gearbeitet - und eines kannst Du mir glauben - dort war/ist es unsere Daseinsberechtigung, dass es uns "juckt". Ich finde es eben in meiner Rolle als Kunde bemerkenswert, dass diese im Kern vorhandene Unternehmensphilosophie nicht bis in die Service-Touchpoints hineinreicht.
am 16.04.2026 14:22
Danke für den wirklich konstruktiven Vorschlag - genau das sind auch meine Überlegungen. Ich scheue mich leider nur vor dem Aufwand - nach dem Motto "never change a running system" 😁 Zudem - warum soll ich den Aufwand haben, wenn VF meinen CableMax nicht stabil bekommt?!
Das mit dem Gastnetz ist leider nicht so prickelnd, weil ich da einen Web-Server (Intranet!) laufen habe..
...und die Sache mit den Kosten - tja, da bin ich leider auch so ein Exemplar, von denen die ganze Telco-Branche lebt - ist ein durchlaufender Posten, der mir nicht weh tut 😀