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am 02.04.2026 01:47
Hi,
habe seit einigen Woche mit Vodafone Kabel plötzlich verstärkt Packet Loss in Valorant. Leitung technisch einwandfrei.
Die Ursache konnte von mir auch ziemlich schnell gefunden werden. Es liegt am Transit Provider RETN.
Im Detail an:
ae6-210.rt.irx.fkt.de.retn.net
ae0-4.rt.eqx.fkt.de.retn.net
VPN angeschmissen und das Problem ist weg. Natürlich keine Lösung für FPS Gamer.
Ob RETN jetzt Schuld ist oder Vodafone ein Engpass hat zu RETN ist natürlich nicht nachvollziehbar. Jedenfalls wird Vodafone da offensichtlich auch nix dran ändern. Die an der Hotline bis zur Eskalation checken nicht mal was ich meine.
Für alle die googlen und das gleiche Problem haben, wissen hierdurch dann wenigstens warum.
am 21.04.2026 13:21
@cHioo schrieb:
Ich verstehe deine Argumentation aber sie schiebt die Verantwortung ziemlich einseitig auf die Content-Anbieter und lässt wichtige Aspekte außen vor.
Natürlich zahlen Content-Anbieter nicht direkt für den Backbone eines Endkunden-ISPs wie Vodafone. Aber sie zahlen sehr wohl für ihre eigene Infrastruktur, für Transit und für die Anbindung an Internetknoten wie den DE-CIX. Das ist kein „kostenloses Zuballern“, sondern schlicht ein anderes Finanzierungsmodell. Der Traffic entsteht ja nicht aus dem Nichts, sondern weil Vodafone-Kunden genau diese Inhalte aktiv nutzen.
Deine Argumentation hat aber einen entscheidenen Knackpunkt:
Du blendest aus, das mehr Traffic mehr Kosten verursacht, die weder vom Kunden (durch höhere Grundgebühren) noch vom Content-Anbieter (aufgrund fehlender Bezahlung an VF) bezahlt wird. Denn den Endkundenpreisen liegt eine Mischkalkulation zu Grunde, die nicht von einem dauerhaft ansteigenden Traffic ausgeht - und genau da liegt die Krux.
@cHioo schrieb:
Und genau da liegt der entscheidende Punkt: Vodafone verdient sehr wohl indirekt an diesem Traffic, nämlich dadurch, dass Kunden überhaupt Anschlüsse buchen. Ohne Dienste wie Riot Games, Streaming oder Cloud-Anwendungen wäre die Nachfrage nach schnellen Anschlüssen deutlich geringer. Der Traffic ist also kein externes Problem, sondern ein zentraler Bestandteil des Produkts, das verkauft wird.
Mehr Traffic beudetet höhere Kosten, die aber derzeit weder der Kunde (durch Grundgebührenerhöhungen) noch der Content-Anbieter (durch Peering-Gebühren) trägt - sondern die alleine VF tragen muss und die aus einer eh schon sehr geringen Marge dann ein dauerhaftes Zuschussgeschäft macht.
Und da den Grundgebühren bei allen ISP eine Mischkalkulation insbesondere in Bezug auf das Traffic-Volumen zu Grunde liegt, ist ein Mehr an Traffic sehr wohl ein Problem und keinesfalls ein "zentraler Bestandteil des Produkts".
@cHioo schrieb:
Das Argument „wer Premium will, muss Premium zahlen“ greift hier ebenfalls zu kurz. Es geht nicht um garantierte QoS oder Business-Leitungen, sondern um die grundlegende Nutzbarkeit weit verbreiteter Dienste. Wenn es an bekannten Peering-Punkten dauerhaft zu Engpässen kommt, ist das keine Frage von Luxus, sondern von Kapazitätsplanung. Andere Provider zeigen ja, dass es auch im normalen Endkundensegment stabil funktionieren kann, ohne dass man plötzlich ein Vielfaches zahlen muss.
Was willst du jetzt? Wenn du QoS und/oder geringe Latenzen/keinen Jitter willst, dann geht das nur, wenn man dafür auch genug Kapazität vom Content-Anbieter hin in den Backbone bezahlt. Kostenlos wird die Kapazität sicherlich nicht von VF vorgehalten oder gar ausgebaut werden (können), nur damit Spiele wie z.B. von Riot dann ohne Probleme laufen.
@cHioo schrieb:
Auch die Darstellung, Content-Anbieter würden grundsätzlich kein Private Peering bezahlen wollen, ist so pauschal nicht haltbar. In der Praxis gibt es eine Mischung aus Public Peering, bezahltem Transit und privaten Interconnects. Wenn es trotzdem an bestimmten Stellen regelmäßig zu Engpässen kommt, liegt das meist daran, dass beide Seiten ihre Kosten optimieren wollen – nicht nur die Content-Anbieter.
Es kommt nur an der Stelle zum Engpass, wo die Content-Anbieter den Ausbau nicht bezahlen wollen und darauf hoffen, das die ISP kostenlos immer mehr Bandbreite bereitstellen - beim Public Peering. Dort, wo für die Anbindung in Form von Private Peering bezahlt wird, gibt es die Engstellen nicht...
@cHioo schrieb:
Und der Verweis auf eine angebliche „Geiz-ist-Geil-Mentalität“ der Kunden greift ebenfalls zu kurz. Kunden kaufen einen Internetanschluss und erwarten damit eine funktionierende Verbindung zu gängigen Diensten. Wenn bestimmte Anwendungen wiederholt durch bekannte Engpässe beeinträchtigt sind, ist das nicht einfach eine Frage des Preises, sondern auch eine Frage der Prioritäten im Netzbetrieb.
Welche Dienste funktionieren denn nicht?
Nur weil du jetzt bei Riot Games höhere Latenzen und Jitter hast und damit ein Echtzeit-Ballerspiel vielleicht nicht mehr so toll läuft, heißt das nicht, dass dies eine generelle Einschränkung des Anschlusses ist. Niemand garantiert dir irgendwelche Latenzen oder Jitter - außer du buchst die teureren Premium-Produkte mit garantierter QoS. Das gilt auch für Clouddienste, die nicht jederzeit am Tag rund um die Uhr mit der maximalen Bandbreite des Anschlusses erreichbar sind - sie sind erreichbar und das ist das, wofür bezahlt wird - nicht für dauerhaft 24/7 100% Bandbreite zu Anbieter X -- auch da gilt: Wer 24/7 100% Bandbreite zu dem Anbieter braucht, muss sich eine separate Leitung mit garantierter Bandbreite zu diesem Anbieter legen lassen -- nennt sich beispielsweise bei AWS dann DirectConnect.
@cHioo schrieb:
Dazu kommt, dass viele Kunden in der Praxis gar keine echte Auswahl zwischen mehreren gleichwertigen Anbietern haben – oft ist man infrastrukturell an ein oder zwei Provider gebunden, etwa an Vodafone oder die lokale Alternative. In so einer Situation die Verantwortung auf den Kunden abzuwälzen („dann buch halt Premium“) greift schlicht zu kurz.
Das ist doch nicht das Problem des ISP...
Mal davon abgesehen: Wenn man genug Geld in die Hand nimmt, baut jeder ISP aus - nur halt nicht für 39,95 € mtl...
Die Telekom, aber auch andere Anbieter wie z.B. Colt, versorgen auch abgelegenste Gebiete, wenn man die Erschließung selbst bezahlt -- klar, kostet das dann schnell 5- bis 6-stellig, aber dafür bekommst du halt auch dein Premium-Produkt, das du gerade forderst.
Und selbst im Endkundenmarkt gibt es mehr als nur eine Technologie und einen Anbieter vor Ort - sei es halt Kabel, DSL, Glasfaser, Satellit oder Mobilfunk. Man muss nur wollen...
@cHioo schrieb:Unterm Strich: Ja, die Kostenverteilung im Internet ist ein komplexes Thema. Aber die Verantwortung dafür allein bei Content-Anbietern oder „zu günstigen“ Kunden zu suchen, wird der Realität nicht gerecht. Das System funktioniert nur, weil alle Seiten voneinander profitieren – und entsprechend auch alle ihren Teil zur Qualität beitragen müssen.
Das greift nicht zu kurz - und seit wann profitiert ein ISP davon, wenn ein Content-Anbieter einseitig immer mehr Bandbreite nutzt, aber dafür halt keinerlei Bezahlung an den ISP leistet? Denn von den Kunden bekommt der ISP deshalb ja nicht mehr Geld...
Was glaubst du denn, warum Sky beispielsweise fast die komplette DVB-C-Verbreitung eingestellt hat -- doch nur, um sich die Verbreitungskosten an VF zu sparen und dann dem Kunden "aufzuhalsen", der jetzt auf einmal zusätzlich einen Internetanschluss braucht.
am 21.04.2026 14:18
Basiert aber im Kern wieder auf einer ziemlich einseitigen Darstellung der Realität.
Du stellst steigenden Traffic als Problem dar, das weder vom Kunden noch vom Content-Anbieter bezahlt wird. Das ignoriert aber den entscheidenden Punkt: Genau dieser Traffic ist der Grund, warum Kunden überhaupt Anschlüsse bei Vodafone buchen. Ohne Streaming, Gaming oder Cloud gäbe es keine Nachfrage nach hohen Bandbreiten und damit auch kein entsprechendes Geschäftsmodell. Traffic ist also nicht das Problem – er ist die Einnahmebasis.
Das Argument mit der „Mischkalkulation“ klingt plausibel, ist aber nichts Neues. Netzbetreiber kalkulieren seit Jahrzehnten mit überbuchten Netzen, während der Traffic kontinuierlich wächst. Das ist kein überraschender Ausnahmezustand, sondern ein eingeplanter Dauerzustand. So zu tun, als würde steigender Traffic plötzlich die Kalkulation sprengen, ist schlicht nicht konsistent mit der Entwicklung der letzten 20 Jahre.
Auch die Behauptung, Engpässe entstünden ausschließlich dort, wo Content-Anbieter nicht zahlen wollen, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Gerade Peering-Konflikte entstehen typischerweise zwischen großen Netzbetreibern, die beide wirtschaftlich optimieren wollen. Dass Engpässe genau an diesen Übergabepunkten auftreten, ist eher ein Indiz für Verhandlungssituationen als für einseitige „Zahlungsverweigerung“.
Dein „wer QoS will, muss zahlen“-Argument geht ebenfalls am Punkt vorbei. Es geht hier nicht um garantierte Premium-Leitungen oder dedizierte Verbindungen wie bei spezialisierten Angeboten, sondern um die normale Nutzbarkeit moderner Anwendungen. Im Jahr 2026 sind niedrige Latenzen und stabile Verbindungen für Dinge wie Online-Gaming keine Luxusanforderung mehr, sondern Teil der üblichen Nutzung.
Zu sagen „die Dienste funktionieren ja grundsätzlich“ ist dabei eine sehr niedrige Messlatte. Packet Loss, hoher Jitter oder instabile Latenzen machen bestimmte Anwendungen effektiv unbrauchbar. Das als „funktioniert doch“ abzutun, ist technisch gesehen schlicht eine Verharmlosung.
Auch dein Punkt zur Wahlfreiheit ist in der Praxis deutlich schwächer, als du ihn darstellst. „Man kann ja wechseln“ klingt gut, ignoriert aber, dass viele Haushalte realistisch nur zwischen wenigen, oft nicht gleichwertigen Optionen wählen können. Mobilfunk oder Satellit sind kein vollwertiger Ersatz für einen stabilen Festnetzanschluss – gerade bei genau den Anwendungen, über die wir hier sprechen.
Und am Ende drehst du das Ganze auf den Kunden („Geiz-ist-Geil“), obwohl das Problem strukturell ist. Kunden kaufen einen Internetanschluss, keinen eingeschränkten Zugang mit impliziten Ausnahmen je nach Zielnetz. Wenn bekannte Engpässe über längere Zeit bestehen bleiben, ist das keine Frage von „zu billig gekauft“, sondern eine bewusste Priorisierung im Netzbetrieb.
Deine Argumentation reduziert ein komplexes Zusammenspiel aus Peering, Kostenverteilung und Netzdesign auf ein sehr einfaches Narrativ: „Content zahlt nicht → Problem“. In der Realität optimieren beide Seiten ihre Kosten – und genau daraus entstehen diese Situationen. Die Verantwortung ausschließlich bei Content-Anbietern oder Kunden zu suchen, ist daher schlicht zu kurz gedacht.
am 14.05.2026 13:06
Hi,
kann ich 1:1 bestätigen — exakt dieselben Hops:
ae6-210.rt.irx.fkt.de.retn.net → 65% Loss
ae3-4.rt.eqx.fkt.de.retn.net → 24% Loss
Lösung bei mir: Cloudflare WARP installiert, Modus 'Traffic and DNS (UDP)'. Ping in Valorant blieb fast identisch (15–18 ms), Packet Loss komplett weg, 'Network Problem'-Anzeige verschwunden. Cloudflare hat in Frankfurt direktes Peering zu Riot, RETN wird einfach umgangen.
Dass Vodafone das nicht fixt ist frustrierend, aber zumindest gibt's jetzt einen Workaround.
08.06.2026 23:17 - bearbeitet 09.06.2026 00:10
Hier bei mir zur 162.249.72.1
ae6-210.rt.irx.fkt.de.retn.net -> 82% Loss
ae0-4.rt.eqx.fkt.de.retn.net -> 5% Loss
Danke für den Tipp zu der Cloudflare WARP 1.1.1.1 App, damit sind die Packetloss weitgehend unter Kontrolle. von >15000 -> 53 Loss pro Game.
Ich finde das echt traurig, dass Vodafone nicht auf das Problem eingeht, bleibt halt nur der Providerwechsel, schade auch.
Im aktuellen Zustand, der seit Anfang April besteht, ist es leider nicht mehr möglich, vernünftig Valorant zu spielen.