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Warum verlasst ihr den DE-CIX?
x4FF3
Netzwerkforscher
Netzwerkforscher

Euer Blogeintrag bzgl. Interlink, ist netzwerktechnisch eine reine Nebelkerze. Warum müsst ihr den gleichen Fehler machen wie die Telekom?

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Das ist absoluter Blödsinn, weil die Kunden für den Traffic bereits bezahlt haben und es auch weiterhin tun. Die Kunden verbrauchen natürlich mehr Traffic, das ist aber auch die Erwartung, dass sie mit höherwertigem Anschluss und höherem Preis auch genau das können, denn dafür bezahlen sie schließlich. Sie bezahlen nicht für eine "filtrierte", optimierte Leitung zu bestimmten CDN oder Unternehmen, sondern einen Allgemeinzugang.

 

Die Kunden wurden in Deutschland über Jahrzehnte mit Volumenpaketen und Trafficbegrenzungen gemolken bis zum geht nicht mehr, wo im restlichen Europa schon ganz andere Anschlüsse Standard waren. Und die Technologie für den Endkunden ist doch seit jeher asynchron auf Downstream ausgelegt - wo hat es da *jemals* *kein* "Gleichgewicht im Sinne des Providers" gegeben, auf das du hier anspielst? Selbstverständlich gibt es mehr Peering-Partner als vor 30 Jahren, aber so funktioniert eben das Internet und wer das nicht versteht, der kann ja gern zur optimal regulierten Deutschen Bundespost Telefonleitung zurückkehren.

 

Hier wird ein Problembild seitens manch fragwürdiger Provider erzeugt, das niemals existiert hat, nur um mehr Profit zu erwirtschaften. Die Leitungen sind doch sowieso meist schon vorhanden, da werden ein paar Module getauscht und damit hat es sich. Das ist so ein *irres* Gejammere, als würde sich eine Tankstelle beschweren, dass die Kunden immer mehr Benzin tanken.

 

Die Hyperscaler sind doch auch die, die sowieso privat peeren und ihre CDN-Server direkt bei den Providern in die Vorgärten stellen. Dieser Quatsch funktioniert quasi immer (außer bei der Telekom). *Alles andere* wird von diesem Konzept ruiniert, nicht der böse Traffic von Netflix und co.

 

Und natürlich hat Peeringkapazität etwas mit Netzneutralität zu tun, in dem man *wissentlich* bestimmte Leitungen glühen lässt, wo sich nun mal 50% oder mehr der Party abspielen. Das ist sehr wohl etwas, was jeden Endkunden betrifft. Du fährst ja auch nicht Taxi und duldest 3 Stunden Stau, weil der Taxifahrer nur die Autobahn fahren will und sich da rein stellt, während die offensichtlich daneben verlaufende Landstraße frei ist.

x4FF3
Netzwerkforscher
Netzwerkforscher

Sonntag Abend, Download von GitHub quasi unmöglich...

10039.jpg

 Gegenprobe durch Download über Server, 70MB/s

 

Tolles neues Routing und Peering hat Vodafone da, wird keiner merken diesen Rückgang an Bandbreite...

x4FF3
Netzwerkforscher
Netzwerkforscher

Haben inzwischen auch bei uns in der Firma Mitarbeiter im HomeOffice, welche quasi nicht mehr arbeiten können, da durch das neue Peering das VPN einfach keine Bandbreite mehr hat...Das war echt mit Ansage...


@x4FF3  schrieb:

Haben inzwischen auch bei uns in der Firma Mitarbeiter im HomeOffice, welche quasi nicht mehr arbeiten können, da durch das neue Peering das VPN einfach keine Bandbreite mehr hat...Das war echt mit Ansage...


Wenn es Mitarbeiter im HomeOffice sind, dann habt ihr doch sicherlich als Firma das bereits eurem jeweiligen Business-Ansprechpartner mitgeteilt, oder?

 

Oder sind es Mitarbeiter mit "mobilem Arbeiten", welche die Probleme haben? In dem Fall: Was juckt's euch als Firma - die Mitarbeiter können auch in's Büro kommen (und eventuell sollte man dann mal selbst prüfen, was für einen schlechten Internetanschluss man in der Firma hat und welche VPN-Einstellungen optimiert werden können -- gerade OpenVPN kann da bei IPv4-UDP-Verbindungen via DS-Lite sehr zickig sein, wenn die MTU falsch eingestellt ist.

Also, das Fehlerbild tritt nur bei MAs mit Vodafone-Anschluss auf. Und über VPN brauchst du mir bitte nichts erzählen. Das Setup lief ohne Probleme bis zur Peering-Umstellung! Außerdem heißt VPN nicht automatisch, dass es in die Firma geht...und oder wo die Services laufen, welche darüber angsprochen werden sollen...

 

PS: Auch ein toller Take, dass unsers MAs wieder ins Büro sollen weil Vodafone ihr Peering umstellt. Manchmal frag ich mich ob ihr überlegt, bevor ihr antwortet.

Nigcra
Netzwerkforscher
Netzwerkforscher

ignorier ihn, aus seinen Antworten geht ja schon hervor, dass er das alles super toll findet und komplett pro Provider ist bzw. vermutlich ein MA. Allein schon der Verweis auf den Businesspartner, von dem von vorneherein klar ist, dass er, außer einem vermeintlich höherwertigen Produkt zu verkaufen, sowieso nichts an den Begebenheiten beim Peering ändern kann, sagt eigentlich alles.

reneromann
SuperUser
SuperUser

@Nigcra Falsch geraten - weder bin ich Mitarbeiter bei Vodafone, noch verkaufe ich irgendwelche VF-Verträge.

Und ich habe auch "nur" einen Kabelanschluss von VF - Mobilfunk (und auch zweite Internetleitung als Backup) laufen über die Telekom (war da nicht auch was mit deren Routing? Ach egal...).

 

Und was das "finde ich toll" anbetrifft, so unterstellst du mir etwas, was ich so nie gesagt habe.

Ich habe lediglich geschrieben, dass ich es nachvollziehen kann, was Vodafone da versucht - ich aber extrem skeptisch bin, ob Vodafone das durchziehen kann, weil VF (weltweit betrachtet) bei Weitem nicht die Größe wie die Telekom hat.

 

Und wie gesagt - es steht ja noch nicht mal fest, ob die Probleme mit u.a. GitHub wirklich von einer Veränderung bei VF stammen -oder- ob hier nicht einer der CDN-Anbieter mal die Muskeln spielen lässt -- denn um deren Gelder geht's am Ende ja.

 

Und um nochmal auf deine Aussage von Freitag zurückzukommen:

Der Kunde hat den Traffic nicht bezahlt - weil der Kunde keinen Traffic direkt bezahlt hat (oder steht bei dir auf der Abrechnung: x MB à y € verbraucht)? Wenn überhaupt sind die Endkundenpreise eine Mischkalkulation - und da seit Jahren der Traffic immer weiter ansteigt, rechnet sich eine Mischkalkulation von vor 5 oder 10 Jahren halt heute nicht mehr. Entweder der Provider zieht dann die (Endkunden-)Preise an -oder- er muss zusehen, wie er den Traffic anderweitig "monetarisiert", der den Ausbau notwendig macht. Denn der Ausbau des Backbones ist nicht kostenlos...

 

Und mit den 30...50 € für den eigenen Internetanschluss bezahlt man nicht mal ansatzweise innerhalb von 10 Jahren die Kosten für den eigenen Hausanschluss ab - von etwaigen Ausbauten in der Zeit und vor allem vom Ausbau des Backbones mal ganz abgesehen.

 

Wer also wirklich denkt, dass DE-CIX (und andere öffentliche Peeringpunkte) nach dem ursprünglichen Konzept "jeder bezahlt seine Leitung bis hierher" funktioniert, wenn stark asymmetrische Einleitungen passieren, der hat sich halt geschnitten. Öffentliches Peering funktioniert nur dann halbwegs vernünftig, wenn ein- und ausgehender Traffic eines Providers sich die Waage halten -- bei stark asymmetrischen Lasten hingegen hat der "ausleitende" Anbieter derzeit halt fast immer die A-Karte gezogen, da er gezwungen wird auszubauen, obwohl er dafür keinen Cent sieht.

Und genau da liegt das Problem: Große CDN können halt billig an solchen öffentlichen IX "abkippen" und ab da ist es dann das Problem des jeweiligen ISP, wie er die Daten wegbekommt -- die CDN lassen deren Kunden [Dienstanbieter] für den Traffic zum IX als auch für die Einleitung am IX [welcher das ja auch nicht komplett kostenlos macht - irgendwie müssen da ja auch Kosten für Miete und Strom reinkommen] bezahlen (und zwar nicht wenig), aber ab dort gibt's dann kein Geld vom Dienstanbieter mehr.

Nigcra
Netzwerkforscher
Netzwerkforscher

Github ist selbst Inter.Link Partner und es läuft derzeit überhaupt nicht mehr. Das ist hier auch nicht der einzige Fall, wo man das lesen kann. Und es geht eben *nicht* um die CDNs sondern auch alles andere. Direktverbindungen zwischen Anschlüssen, diverse Seiten, VPNs, Verbindungen die nur noch in eine Richtung funktionieren.

 

Endkunden zahlen nicht pro MB. Ökonomisch ist das aber eine verkürzte Sicht.

  • Endkundenpreise sind bewusst Flatrates, die genau den Zweck haben, Traffic zu inkludieren. Dass kein Zähler auf der Rechnung steht, bedeutet nicht, dass der Traffic „nicht bezahlt“ ist.

  • Provider kalkulieren seit Jahren mit stetig wachsendem Traffic. Das ist kein überraschendes Phänomen, sondern Kernannahme jedes ISP-Geschäftsmodells.

  • Wenn ein Geschäftsmodell darauf basiert, dass Traffic zwar verkauft, aber später als „unbezahlt“ deklariert wird, ist nicht der Kunde das Problem, sondern die Kalkulation.

Richtig ist, dass alte Kalkulationen nicht ewig tragen. Falsch ist, daraus eine Sonderrolle der CDN abzuleiten.

 

Alle Infrastrukturanbieter (Mobilfunk, Strom, Cloud, Rechenzentren) kalkulieren mit steigender Nutzung und passen Preise, Effizienz oder Technik an. CDN und Contentanbieter investieren massiv in:

  • eigene Backbones

  • regionale Rechenzentren

  • Caches direkt in ISP-Netzen
    Das reduziert Transit- und Backbonekosten der ISPs erheblich.

  • Der Traffic-Anstieg ist nicht einseitig „Kostenfaktor“, sondern der Grund, warum Kunden überhaupt schnelle Anschlüsse buchen.

 

Ohne Streaming, Cloud, GitHub, Gaming etc. wären hohe Bandbreiten wirtschaftlich kaum vermittelbar. Der ISP sieht sehr wohl Geld - nur nicht direkt vom CDN. CDN erzeugen Nachfrage nach schnellen Anschlüssen. Diese Nachfrage monetarisiert der ISP gegenüber seinen Kunden. Ohne datenintensive Dienste wären:

  • Gigabit-Tarife kaum verkäuflich

  • Preissteigerungen kaum durchsetzbar

  • Backbone-Ausbau ist kein altruistischer Akt, sondern Voraussetzung für:

    • Kundenbindung

    • Wettbewerbsfähigkeit

    • Upselling höherer Tarife

Der ISP investiert nicht „für das CDN“, sondern für sein eigenes Produkt. Das Beispiel mit dem Benzin sollte jeder verstehen.

 

Das Internet war nie symmetrisch. Schon früh gab es:

  • Content-lastige Netze

  • Access-lastige Netze

Öffentliches Peering ist genau dafür gedacht, skalierbar und effizient asymmetrischen Traffic abzuwickeln. Niemand zwingt einen ISP, Traffic ausschließlich über öffentliche IX zu fahren:

  • Private Peerings

  • Paid Peering

  • Transit

Wer bewusst öffentliches Peering nutzt, akzeptiert dessen Spielregeln – inklusive asymmetrischer Lasten. Asymmetrie ist kein Fehler des Systems, sondern Normalzustand des Netzes. CDN zahlen:

  • eigene globale Backbones

  • IX-Portkosten

  • Colocation, Strom, Kühlung

  • Viele CDN stellen ISPs kostenlos Caches ins Netz, was:

    • Transit spart

    • Latenz senkt

    • Backbone entlastet

  • Der ISP profitiert doppelt:

    • geringere eigene Transportkosten

    • besseres Kundenerlebnis

 

Wenn ein ISP diese Angebote nicht nutzt oder strategisch ablehnt, ist das eine Unternehmensentscheidung, kein struktureller Zwang. Auch die Telekom ist nicht groß genug, um irgendwelche globalen Traffic-Flüsse allein neu zu definieren. Versuche einzelner ISPs, Machtgefälle über Routing oder Peering zu kompensieren, führen erwiesen zu schlechterer Performance, Kundenabwanderung und regulatorischem Druck. Das hat noch nie funktioniert, was man auch historisch schnell rausfinden kann.

 

 

 

Nein, ich habe als Gigabit-Kunde mit 45 Euro extra schon pauscha dafür bezahlt.  Die andere Seite bezahlt ja auch ihre Seite des Internet und nicht T-com bzw Vodfone. Das hier ist eine Veretzung der Netzneutralität!

Ich wunde mich seit gut einen Monat dass ich beim upgraden von star citizen von AWS Servern statt bis zu 126 MBs nur noch max 11,2 MBs bekomme bis ich auf youbetube von Heise diesen Beitrag über den Wechsel gesehen hab.  Toll da zahl ich extra viel uns ihr wechselst den Knoten und lässt AMZON ond wahrscheinlich andere auch nicht mit volle Bandbreite rein!   Da kann ich gleich auf nen 100 mbits Vertrag wechseln!

 

Naja, mit 45€ bezahlst Du das leider nicht, die Masse machst. Der einzelne nicht. Das funktioniert weil viele Leute große Bandbreiten kaufen, aber in Wirklichkeit nicht brauchen und nicht nutzen.

Gerade wenn man überlegt, wie viel Bandbreite im Segment (theoretisch etwa 3,5GBit/s) verfügbar ist und im Vergleich dazu mehrere hundert Modems diese sich teilen.