Frage
Antwort
Lösung
am 02.09.2026 12:12
Hallo zusammen,
an meinem Vodafone-Kabelanschluss mit einer FRITZ!Box 6591 Cable kommt es wiederholt zu vollständigen Internetabbrüchen und teilweise zu starken WAN-Störungen ohne kompletten Syncverlust.
In den FRITZ!Box-Ereignissen sind mehrfach echte DOCSIS-Synchronisationsverluste dokumentiert, unter anderem am 15.07., 20.07., 31.08. und zweimal am 01.09.2026.
Ich habe deshalb zusätzlich die FRITZ!Box-Supportdaten ausgewertet. Dort finden sich seit dem letzten vollständigen Neustart mehrere DOCSIS-MAC-Reinitialisierungen mit "NO_PRIM_SF_USCHAN" sowie einmal "T4_EXPIRED".
Außerdem treten aktuell wiederholt T3-Ranging-Timeouts, Upstream-Power/DRW-Warnungen und zahlreiche Profilwechsel auf dem aktiven DOCSIS-3.1-OFDMA-Upstream Channel 10 auf.
Besonders auffällig war am 01.09. gegen 23:57 Uhr:
- DRW-/Ranging-Warnungen
- anschließend ein T3-Timeout
- danach Profilwechsel auf Upstream Channel 10
Zeitgleich war die WAN-Verbindung deutlich gestört, obwohl die FRITZ!Box zu diesem Zeitpunkt keinen vollständigen Syncverlust angezeigt hat.
Bei den vollständigen Ausfällen am 01.09. fiel die DOCSIS-Verbindung dagegen tatsächlich von "showtime" auf "no-sync" und musste neu synchronisieren.
Die aktuellen Signalwerte sehen zwischen den Störungen gut aus. Der DOCSIS-3.1-Downstream läuft derzeit mit 4096QAM und etwa 41 dB MER, der OFDMA-Upstream mit 256QAM. Es scheint daher kein dauerhaftes Pegelproblem zu sein, sondern eine intermittierende Störung.
Die FRITZ!Box selbst läuft seit über 50 Tagen ohne kompletten Neustart. Die Abbrüche sind daher keine normalen Router-Reboots.
Hat jemand Erfahrung mit einem solchen Fehlerbild?
Mich würde insbesondere interessieren, ob dies eher zu einem Rückwegstörer/Ingress, einem Segment- bzw. CMTS/CCAP-Problem, einem Problem an HÜP/Hausverstärker/Koax oder eventuell zum DOCSIS-Modemteil der 6591 passt.
Für Vodafone wären aus meiner Sicht insbesondere die CMTS-Flap-History, T3/T4-Historie, OFDMA-Upstream Channel 10, Upstream MER/SNR sowie mögliche Rückweg- oder Segmentstörungen interessant.
Supportdaten und Ereignisprotokoll liegen vollständig vor.
Viele Grüße
am 04.09.2026 11:37
@KundeRT schrieb:Hallo zusammen,
an meinem Vodafone-Kabelanschluss mit einer FRITZ!Box 6591 Cable kommt es wiederholt zu vollständigen Internetabbrüchen und teilweise zu starken WAN-Störungen ohne kompletten Syncverlust.
In den FRITZ!Box-Ereignissen sind mehrfach echte DOCSIS-Synchronisationsverluste dokumentiert, unter anderem am 15.07., 20.07., 31.08. und zweimal am 01.09.2026.
Ich habe deshalb zusätzlich die FRITZ!Box-Supportdaten ausgewertet. Dort finden sich seit dem letzten vollständigen Neustart mehrere DOCSIS-MAC-Reinitialisierungen mit "NO_PRIM_SF_USCHAN" sowie einmal "T4_EXPIRED".
Außerdem treten aktuell wiederholt T3-Ranging-Timeouts, Upstream-Power/DRW-Warnungen und zahlreiche Profilwechsel auf dem aktiven DOCSIS-3.1-OFDMA-Upstream Channel 10 auf.
Besonders auffällig war am 01.09. gegen 23:57 Uhr:
- DRW-/Ranging-Warnungen
- anschließend ein T3-Timeout
- danach Profilwechsel auf Upstream Channel 10
Zeitgleich war die WAN-Verbindung deutlich gestört, obwohl die FRITZ!Box zu diesem Zeitpunkt keinen vollständigen Syncverlust angezeigt hat.
Bei den vollständigen Ausfällen am 01.09. fiel die DOCSIS-Verbindung dagegen tatsächlich von "showtime" auf "no-sync" und musste neu synchronisieren.
Die aktuellen Signalwerte sehen zwischen den Störungen gut aus. Der DOCSIS-3.1-Downstream läuft derzeit mit 4096QAM und etwa 41 dB MER, der OFDMA-Upstream mit 256QAM. Es scheint daher kein dauerhaftes Pegelproblem zu sein, sondern eine intermittierende Störung.
Die FRITZ!Box selbst läuft seit über 50 Tagen ohne kompletten Neustart. Die Abbrüche sind daher keine normalen Router-Reboots.
Hat jemand Erfahrung mit einem solchen Fehlerbild?
Mich würde insbesondere interessieren, ob dies eher zu einem Rückwegstörer/Ingress, einem Segment- bzw. CMTS/CCAP-Problem, einem Problem an HÜP/Hausverstärker/Koax oder eventuell zum DOCSIS-Modemteil der 6591 passt.
Für Vodafone wären aus meiner Sicht insbesondere die CMTS-Flap-History, T3/T4-Historie, OFDMA-Upstream Channel 10, Upstream MER/SNR sowie mögliche Rückweg- oder Segmentstörungen interessant.
Supportdaten und Ereignisprotokoll liegen vollständig vor.
Viele Grüße
Das klingt für mich eher nach einem Problem auf der Rückwegstrecke als nach einem reinen Router-Problem. Gerade die wiederkehrenden T3/T4-Timeouts und die Fehler beim Upstream-Ranging würde ich genauer beobachten. Wenn die Abbrüche regelmäßig auftreten, wäre eine Langzeitmessung durch Vodafone bzw. ein Techniker wahrscheinlich sinnvoll, damit man sehen kann, ob die Ursache im Hausanschluss, im Rückweg oder im Segment liegt.
am 04.09.2026 11:49
Ja, so sieht es für mich inzwischen auch eher aus. Ein reines Router-/LAN-/DNS-Problem passt zu den Daten immer schlechter.
Den genauen physischen Ort würde ich aber weiterhin offenlassen – also Rückweg/Segment, Hausanschluss/Koax oder im Extremfall noch der DOCSIS-RF-Teil der Box.
Seit gestern gibt es wieder neue Supportdaten. Einen kompletten DOCSIS-Syncverlust gab es weiterhin nicht. Die Sync-Time ist zwischen den Dumps exakt mit der verstrichenen Realzeit weitergelaufen. Resets bleiben bei 8, Lost Sync bei 10 und MAC-Reinit bei 9.
Die Box bleibt also online, obwohl darunter weiterhin Ranging-/Upstream-Ereignisse auftreten.
Neu sind wieder T3s:
04.09. 03:26:14/15
04.09. 08:48:23
Besonders interessant ist dabei die Zeitreihe. Die vorherige Serie lief ja über viele Zyklen ziemlich genau im Abstand von ca. 5:22:08. Nach dem T3 um 16:41:59 gab es gestern zusätzlich noch einen T3 um 22:05, der nicht sauber in diese Reihe passte.
Ich dachte deshalb zunächst, die Phase könnte sich dort verschoben haben. Der neue Dump spricht aber dagegen:
16:41:59
+ 5:22:08 = 22:04:07
+ 5:22:08 = 03:26:15
+ 5:22:08 = 08:48:23
Tatsächlich kam der neue T3 um 03:26:14 und der nächste exakt um 08:48:23.
Die ursprüngliche Phase scheint also weiterzulaufen, obwohl zwischendurch zusätzliche T3s auftreten können.
Das finde ich inzwischen ziemlich auffällig. Es sieht für mich eher nach einem unabhängigen periodischen DOCSIS-/Maintenance-/Probe-Mechanismus aus, der unter bestimmten Bedingungen in einen T3 läuft, plus zusätzlichen unregelmäßigen Ranging-Fehlern.
Was genau Casa/Vodafone dort macht, kann ich natürlich nicht sehen.
Auch US10 wird weiterhin ständig angepasst. Seit dem letzten Dump kamen 51 weitere „US profile assignment change“-Ereignisse dazu. Der DBC-Zähler ist im exakt gleichen Zeitraum von 422 auf 473 gestiegen – ebenfalls +51.
Damit habe ich jetzt nacheinander:
09:37–12:20: +18 Profile Changes / +18 DBC
12:20–22:40: +79 Profile Changes / +79 DBC
22:40–11:36: +51 Profile Changes / +51 DBC
Das sieht für mich inzwischen kaum noch zufällig aus. Offenbar hängen die beiden Zähler auf dieser Casa/Puma-Konstellation sehr eng am gleichen Adaptationsvorgang.
Die Upstream-Modulation sieht im aktuellen Snapshot übrigens wieder besser aus:
gestern Abend: 16/32/16/32QAM
heute: 32/64/32/64QAM
Die Sendepegel bleiben aber praktisch unverändert bei rund 43 dBmV. OFDMA US10 steht weiterhin bei 256QAM und 37,75 dBmV.
Das spricht für mich eher für wechselnde Kanalqualität als für einen konstant falschen Pegel.
Auf 706/714 MHz ist der große Downstream-Fehlerburst von gestern nicht wieder in dieser Größenordnung aufgetreten. Ganz stehen geblieben sind die Zähler aber auch nicht: Seit gestern Abend kamen auf 706 MHz noch +232 und auf 714 MHz +45 Uncorrectables dazu.
Die direkten Nachbarn 698 und 722 MHz bleiben bei 0 Uncorrectables. Die Frequenzselektivität ist also weiterhin da, aktuell nur deutlich schwächer.
Vodafone-seitig gibt es weiterhin nichts Neues im Ticket. Auch im FRITZ!-Supportlog sehe ich keinen neuen providerseitigen TR-069-Connection-Request. Heute um 05:03 gab es wieder nur den normalen täglichen Periodic-Inform.
Ich denke deshalb ebenfalls, dass eine echte Langzeitmessung bzw. Prüfung des Rückwegs/Segments und der Anschlussstrecke inzwischen sinnvoller wäre als einzelne Momentaufnahmen der Pegel.
Was mich besonders interessieren würde: Kennt jemand bei Casa/OFDMA/DOCSIS einen Mechanismus, der so eine feste ~5:22:08-Phase erklären könnte, obwohl daneben zusätzliche T3s auftreten?
am 04.09.2026 14:43
Noch ein interessantes Update, diesmal eher durch Zufall:
Heute gegen 12:31 hatte ich versehentlich die Sicherung ausgeschaltet, an der auch FRITZ!Box und Pi hängen. Die 6591 war damit wirklich komplett stromlos und hat anschließend eine vollständige DOCSIS-Neuregistrierung durchgeführt.
Im Supportdump sieht man dabei einen echten Power-On-Neustart, neues DOCSIS-Ranging, einen neuen Config-File-Download und danach wieder Registration Complete / Showtime.
Das Interessante ist jetzt die bisherige T3-Periodizität.
Vor dem Neustart lief die auffällige Reihe ungefähr alle 5:22:08:
03:26:15
08:48:23
erwartet danach: ca. 14:10:31
Genau dieser erwartete T3 um 14:10 ist nach dem kompletten Modem-Reboot nicht mehr aufgetreten. Bis zum neuen Dump um 14:25 gibt es keinen weiteren T3.
Das ist insofern interessant, weil ein früherer kompletter Reboot meines Raspberry Pi die Phase überhaupt nicht verändert hatte. Ein vollständiger Neustart des Cable-Modems samt neuer DOCSIS-Registrierung offenbar schon.
Damit würde ich die bisherige Vermutung etwas ändern:
Eher kein völlig unabhängiger globaler CMTS-Timer mit absoluter Uhrzeitphase, sondern möglicherweise ein DOCSIS-/CM-/CCAP-Prozess, dessen Zustand bzw. Timer bei einer neuen Modemregistrierung neu gestartet wird.
Das eigentliche Fehlerbild ist durch den Neustart allerdings nicht verschwunden.
Schon direkt nach der Registrierung kam wieder eine RNG-RSP/DRW-Warnung:
CCAP Commanded Power in Excess of 6 dB Below the Value Corresponding to the Top of the DRW
Danach wieder US10-Profiländerungen und anschließend mehrere CM-STATUS-Type-5-Ereignisse.
Auch die bisher auffällige 1:1-Beziehung ist sofort wieder da:
4 US10 Profile Changes = DBC 4
Noch auffälliger finde ich den Downstream:
Die alten Fehlerzähler wurden durch den Neustart natürlich zurückgesetzt. Trotzdem standen nach nur rund 1,5 Stunden auf
706 MHz: 16.362 Uncorrectables
714 MHz: 8.119 Uncorrectables
während 698 und 722 MHz weiterhin bei 0 lagen.
Damit ist zumindest klar, dass diese 706/714-MHz-Fehler nicht nur historische Altlasten in den Countern waren. Sie bauen sich nach einem kompletten Kaltstart wieder frisch auf.
Aktuell ist der Anschluss trotzdem synchron. Kein weiterer Reset, DBC bleibt bei 4.
Die SC-QAM-Modulation hat sich aber schon wieder verändert; 30,8 MHz ist inzwischen von 64QAM auf 32QAM gefallen, während die Upstream-Pegel weiter praktisch unverändert bei ca. 43 dBmV liegen.
Für mich grenzt das die Sache inzwischen etwas besser ein:
Pi/LAN/DNS als Ursache werden noch unplausibler. Der interessante Zustand sitzt eher im Bereich Cable-Modem/DOCSIS-Session/CCAP bzw. natürlich weiterhin in der eigentlichen HF-Strecke.
Falls jemand eine Idee hat: Gibt es bei Casa/OFDMA/DOCSIS bekannte per-CM gestartete Maintenance-/Probe-/Ranging-Zyklen, die nach einer Neuregistrierung neu beginnen könnten?
Viele Grüße
KundeRT