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Wiederkehrende abendliche Segmentstörung – instabile OFDM-Werte, hoher Fehlerpegel, Rückk. Überlast
JastroDE
Smart-Analyzer
Smart-Analyzer

Hallo zusammen,

 

ich habe seit mehreren Jahren regelmäßig abendliche Störungen auf meinem Kabelanschluss in 88709 Meersburg. Das Problem tritt immer wieder in Wellen auf. Seit den letzten Arbeiten im Netz ist es erneut deutlich schlimmer geworden.

 

Das Muster ist jeden Tag gleich und klar zeitabhängig:

- Bis ca. 18:00 Uhr läuft die Leitung einigermaßen stabil.

- Ab etwa 18:00 Uhr brechen Download und Upload massiv ein.

- Es kommt zu Totalausfällen, Speedtests brechen komplett ab.

- Ab Mitternacht normalisiert sich das Signal wieder.

 

Gemessen wurde ausschließlich per LAN direkt an der Fritzbox (keine WLAN-Einflüsse, keine Heimnetzlast). Zusätzlich loggte ich alle 15 Minuten automatisiert die Werte (kann ich zur Verfügung stellen)

 

In den vergangenen Jahren hatte ich bereits zahlreiche Tickets.

 

Die Außendienst-Techniker waren verständlicherweise immer vormittags vor Ort, und dort sieht die Leitung unauffällig aus. Häufig wurde der Pegel als zu hoch bewertet, und es wurden Dämpfungsstecker gesetzt. Diese Maßnahmen ändern das Grundproblem jedoch nicht - sie sorgen lediglich dafür, dass die Vormittagsmessungen unauffällig erscheinen.

 

Ich lehne daher weitere DSL-Angebote ab. DSL250 ist für meinen Anwendungsfall keine Alternative, und ich möchte den Gigabit-Kabelanschluss nutzen, der hier eigentlich verfügbar sein sollte.

 

Im Folgenden die technischen Auffälligkeiten, die das Fehlerbild sehr deutlich erklären.

 

Downstream: Pegel zu hoch, MSE grenzwertig, massiver Fehlerzuwachs

 

Die Downstream-Pegel liegen konstant zwischen etwa +3.0 und +5.1 dBmV.

 

Das wäre allein noch kein Problem - in Verbindung mit den folgenden Punkten jedoch sehr wohl:

- Die MSE-Werte (Modulation Error Ratio) liegen dauerhaft bei etwa -35.4 bis -36.0 dB. Für 256QAM ist das bereits kritisch.

- Abends, wenn das Segment unter Last steht, rutschen diese Werte weiter ab.

- Das führt zu Retransmits, QAM-Dropouts und teilweise vollständigem Verbindungsabbruch.

 

Dazu kommen extrem hohe Fehlerzähler:

- korrigierbare Fehler in vielen Kanälen im Bereich von 5000 bis über 11000+

- nicht korrigierbare Fehler sind ebenfalls vorhanden

 

Solche Werte treten nicht durch interne Verkabelung auf, sondern wenn der Verstärkerzug, das OFDM-Profil oder das Segment selbst instabil sind.

 

Spektrum: OFDM-Block instabil, Einbrüche und Peaks

 

Das Spektrum zeigt deutliche Löcher, Zacken und untypische Einbrüche im Highband.

Ein sauberer OFDM-Block sollte eine relativ gleichmäßige Fläche darstellen.

 

Hier sieht man:

- unruhiges Signalbild

- Störungen im Bereich der DOCSIS 3.1-Kanäle

- instabile PLC-Markierungen

 

Typisch für:

- überlastete Nodes

- fehlerhaft eingepegelte Verstärker

- thermische Drift im Abendfenster

- Ingress-Störungen im Segment

 

Das ist kein Endgeräteproblem.

 

Upstream: Pegel am Limit, Rückkanal kollabiert abends

 

Die DOCSIS-3.0-Upstream-Pegel liegen bei:

- 43.8 bis 45.0 dBmV

 

Das ist zu hoch.

Ab ca. 41 dBmV beginnen Rückkanalprobleme.

Ab 44 dBmV ist der Rückkanal praktisch am Anschlag.

 

Bei mir fällt der Upload abends regelmäßig auf 0–5 Mbit/s.

Speedtests brechen ab, Onlineverbindungen reißen ab, die Leitung hängt.

 

Ein Upstream-Kanal fällt regelmäßig sogar auf 4QAM zurück - das ist die absolute Notstufe, die nur bei massivem Rauschen oder Segmentlast erreicht wird.

 

Gesamtbild

 

Alle Werte zeigen in die gleiche Richtung:

 

Das Segment ist abends instabil, überlastet oder falsch eingepegelt.

 

Es handelt sich nicht um:

- Hausverkabelung (mehrfach geprüft und gemessen)

- Router/WLAN

- Endgeräte (bereits getauscht)

- Dämpfungsprobleme am Anschluss

 

sondern um ein Strukturproblem im Netzbereich vor meinem Hausanschluss.

 

Das Muster stimmt exakt:

- Abends steigt die Last

- MSE fällt

- Fehlerzähler steigen explosionsartig

- OFDM-Block verliert Stabilität

- Rückkanal übersteuert

- Modem verliert Sync oder moduliert runter

- Nach Mitternacht normalisiert sich alles

 

Das ist ein klassischer Fall für eine Prüfung durch die Netztechnik (NNC).

Der Außendienst kann dieses Problem nicht beheben, da die Störung nur im Abendfenster sichtbar wird.

 

Bitte um Weitergabe

 

Ich bitte daher um Weitergabe an die Netztechnik mit Prüfung des Segments im Zeitraum:

 

18:00 bis 00:00 Uhr (Peak Load)

 

sowie um Überprüfung:

- der OFDM-Profile

- der Verstärkerpegel im Zug

- der Rückkanalstabilität

- der Node-Belastung

- eventueller Ingress-Störungen

- möglicher Segmentüberbuchung

 

Meine Kundendaten und Mitschnitte sende ich gern per PN.

 

Vielen Dank für die Unterstützung.

 

Gruß,

Jan

 

Anmerkung: Ich habe dieses Dauerproblem jetzt mal im Forum gepostet weil ich via Tickets keinen meter voran komme und auch nicht diese Menge an Hinweise für Netztechnik bereitstellen kann, wie ich gerne möchte um größtmöglich mithelfen zu können. 

1 Akzeptierte Lösung

Akzeptierte Lösungen
JastroDE
Smart-Analyzer
Smart-Analyzer

Ich setze den Thread jetzt mal auf gelöst – nicht, weil das Thema wirklich erledigt wäre, sondern weil hier alles Wichtige zusammengetragen ist. Ich hoffe, dass ein paar weitere Betroffene aus Meersburg das lesen und sich mit dranhängen, statt das Thema einfach hinzunehmen. Je mehr von uns das Problem melden, desto eher passiert etwas im Segment.

 

Und vielleicht hilft der Thread auch ein paar Interessenten, die gerade über einen Vodafone-Kabelanschluss hier in Meersburg nachdenken. Auf dem Papier klingt Gigabit natürlich gut, aber aktuell ist nicht alles Gold, was glänzt.

 

Es muss sich etwas tun. Ich hoffe, dass der Ausbau jetzt wirklich kommt - für uns alle hier im Ort.

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12 Antworten 12
seelo2010
SuperUser
SuperUser

Sei doch bitte so lieb und poste einmal deine Signalpegel.
Diese findest Du in deinem Router, bei einer Fritzbox wäre dieser unter Internet - Kabel-Informationen und dort der zweite Reiter zu finden.

Dann können wir schon einmal ggf. HF Störungen erkennen.
Vorzugsweise die Signalpegel als Screenshot hochladen.

Ich habe mal meine Screenshots angehängt, ich wohne auch in Meersburg und habe diesselben Probleme wie Jan, ganz extrem seit Dienstag nachmittag, da war eine angekündigte Wartung von Vodafone.

Seither lässt sich abends nicht mal mehr der Vodafone-Speedtest aufrufen, Netflix, Magenta TV o.ä. ist unmöglich.

Schon früher sind mir die deutlich schlechteren Upload-Werte abends aufgefallen, aber mit 500/25 ist die Reserve groß genug, dass es immer noch für meine Ansprüche genügt hat.

Ich habe eine Dauermessung für die Bundesnetzagentur aufgesetzt, gestern abend war es zu spät zum Start der Messkampagne, aber zwei Einzelmessungen von gestern abend und eine Messung von 13:00 Uhr ergaben die Werte in Messung1

Ich kann die technischen Einzelheiten, die Jan nennt, nicht nachvollziehen, aber geben meine Messwerte etwa dasselbe wieder?

 

Danke schön

Paul

@Paul73 Auch deine Signalpegel sind aktuell in Ordnung, da wird VF wahrscheinlich nicht viel machen. 

Zum D3.1 Upstream, der ist nicht wirklich beurteilbar, da die Fritzbox nur für einen Kanal innerhalb des Spektrums einen Wert ausgibt, da kann man faktisch kaum Rückschlüsse zu ziehen. 

Poste Mal deine Signalpegel, wenn die Störung besteht.

@seelo2010 Danke für die schnelle Antwort, bin gerade auf dem Weg zur Störungsannahme darüber gestolpert, also ist das Problem wohl schon bekannt. Bleibt wohl nichts übrig wie warten 😞

JastroDE
Smart-Analyzer
Smart-Analyzer

So. Nun auch von mir meine Pegel. Heute Abend ist auch mal wieder nichts stabil - Internet war ab ca. 13:30 weg. 

Signal.pngspekpng.png

Jupp, Rückwegsstörer.

Ja, der Rückwegstörer passt ins Bild. Und das ist leider nichts Neues. Vodafone bzw vielleicht sogar noch Unitymedia hatte das vor ein paar Jahren schon einmal als Ursache im Blick, aber statt das Segment sauber zu entstören, wurde es bei mir jedes Mal auf die gleiche Weise kaschiert: Dämpfer drauf, Pegel drücken, Vormittagsmessung beruhigen, fertig.

 

Das funktioniert dann ein paar Wochen halbwegs, bis der Verstärkerzug wieder driftet, der Rückweg abends kollabiert und alles von vorn losgeht. Am eigentlichen Problem im Segment wurde nie etwas gemacht. Genau deshalb zieht sich das seit Jahren durch.

 

Die Messergebnisse jetzt bestätigen nur das Muster: Rückkanal am Limit, OFDM instabil, Fehlerzähler explodieren, abends tote Leitung oder nahezu unbrauchbar. Das sind keine Werte, die ein Hausanschluss erzeugt.

 

Ich hoffe einfach, dass es diesmal wirklich an die Netztechnik geht und nicht wieder nur der Hausanschluss „optimiert“ wird.

grad kam die Mail von Vodafone:

...

um die Einschränkungen Deiner Internet-Verbindung zu beheben, erweitern wir das Netz in Deiner Region. Da dazu Baumaßnahmen nötig sind, kann das mehrere Monate dauern. Wir melden uns bei Dir, sobald wir damit fertig sind.

...

Wenn mans glaubt 🙂

Und das Absurde ist: Genau diese Aussage habe ich schon Anfang letztes Jahr gehört. Da hieß es auch, dass ausgebaut wird und das Problem bald erledigt sei. Ich bin ehrlich davon ausgegangen, dass das längst passiert ist. Stattdessen bricht das Segment immer noch jeden Abend ein - mal mehr mal weniger - und parallel dazu werden weiter munter Gigabit-Kabelanschlüsse verkauft, als wäre alles stabil. Auf dem Papier steht Highspeed, in der Praxis fällt der Rückweg täglich um. Wenn jetzt wirklich gebaut oder erweitert werden soll, wäre das mehr als überfällig.

 

Was mir an der Stelle wichtig ist: Genau dieselbe Aussage habe ich bereits im letzten Jahr bekommen. Damals hieß es ebenfalls, dass das Netz in Meersburg erweitert wird und die bekannten Engpässe damit erledigt seien. Ich bin ehrlich davon ausgegangen, dass diese Arbeiten inzwischen längst erfolgt sind.

 

Jetzt wieder von „ein paar Monaten“ zu sprechen, während das Segment abends regelmäßig komplett zusammenbricht, wirkt deshalb etwas merkwürdig. Wir reden hier ja nicht über eine neue Störung, sondern über ein Problem, das sich seit mindestens eineinhalb Jahren in Wellen durchzieht und bis heute nicht wirklich behoben wurde. Parallel dazu werden weiterhin neue Gigabit-Anschlüsse vermarktet, obwohl die bestehende Infrastruktur die Abendlast derzeit nicht zuverlässig trägt.

 

Es wäre daher nett, wenn wir diesmal wirklich eine klare und verbindliche Aussage bekommen könnten, ob konkrete Arbeiten geplant sind und wann realistisch mit einer Entlastung zu rechnen ist. Die Situation verschlechtert sich inzwischen spürbar, und eine ehrliche Einschätzung hilft uns hier deutlich mehr als die üblichen Standardformeln.