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Hoher Ping & Jitter – Verbindung zu EU Riot-Servern (Valorant) ( Gelöst )
Wapti
Netzwerkforscher
Netzwerkforscher

[Gelöst] Valorant endlich flüssig & stabil – Ping/Jitter deutlich verbessert (Vodafone Kabel)

 

Hallo zusammen,

nach monatelangen Problemen mit hohem Ping, Jitter und teils unspielbarer Verbindung in Valorant (EU-Server, Frankfurt/Paris) konnte ich mein Spielerlebnis jetzt nachhaltig verbessern.
Ich möchte meine optimierten Einstellungen teilen – vielleicht hilft es auch anderen weiter, die mit ähnlichen Problemen kämpfen.


🎮 Mein Setup:

  • Spiel: Valorant

  • Router: ASUS GS-AX5400

  • Anbieter: Vodafone CableMax

  • IPv4/6: Dual Stack (von Vodafone freigeschaltet – hat aber allein nichts gebracht)

  • Verbindung: LAN, direkt am Router

  • Ziel: Open NAT, niedriger & stabiler Ping, keine Spikes


🔧 Was ich konkret optimiert habe: 1. Dual Stack aktiviert

Vodafone-Support kontaktiert → von DS-Lite auf Dual Stack umgestellt.
Allein hat das aber keine spürbare Verbesserung in Valorant gebracht.


2. Port Forwarding für Valorant auf beiden PCs

(ASUS Menü: WAN → Virtual Server / Port Forwarding)
Offizielle Anleitung von Riot:
https://support-valorant.riotgames.com/hc/de/articles/4402306473619-Einrichten-der-Port-Weiterleitun...

Für PC 1 (z. B. 192.168.50.100 – nur Beispiel-IP!😞

  • UDP 7000–8000 → Game Traffic

  • UDP 8180–8181 → Aux Traffic

  • UDP 27016–27024 → Voice / Matchmaking

Für PC 2 (z. B. 192.168.50.101 – ebenfalls nur ein Beispiel!) analog, mit eigener IP & Dienstnamen.


3. Statische IPs für Gaming-PCs vergeben

(ASUS Menü: LAN → DHCP-Server → Manuelle Zuweisung)
Wichtig, damit Portweiterleitungen und QoS zuverlässig funktionieren.


4. Hardware-NAT aktiviert

(ASUS Menü: WAN → Internetverbindung → „NAT aktivieren = Ja“)
Beschleunigt die Paketverarbeitung → spürbar niedrigere Latenz.


5. Adaptive QoS eingeschaltet – Valorant-PC priorisiert

(ASUS Menü: Adaptive QoS → Spielmodus → PC priorisieren)
Dadurch werden Spielpakete bevorzugt verarbeitet → besserer Ping, stabileres Gameplay.


6. Gear Accelerator / WTFast aktiviert

(ASUS Router App)
Die App erkennt Valorant automatisch – optimiert die Route zu den Riot-Servern.
Vor allem hilfreich bei Routing-Problemen zu Frankfurt oder Paris.


🎯 Ergebnis in Valorant:

  • Vorher: 30–50 ms Ping, Jitter > 15 ms, regelmäßige Spikes

  • Jetzt: 18–23 ms Ping, deutlich stabiler, Spikes nur noch sehr selten

  • NAT-Typ: Offen

  • Gameplay: flüssigeres Aim, besserer Hitreg, keine Audio-Verzögerungen

  • Voice-Chat: klar & ohne Unterbrechungen


🕹️ Bonus: Auch andere Online-Spiele profitieren

Selbst Spiele, bei denen ich vorher keine gravierenden Probleme hatte, laufen nun merklich flüssiger – stabilerer Ping, schnellere Serververbindungen, keine Micro-Lags mehr.


🧠 Zusatztipp für Valorant-Spieler: Netzwerk-Buffering

In den Valorant-Einstellungen unter "Spiel → Allgemein → Netzwerk" gibt es die Option „Netzwerk-Buffering“, mit der du die Update-Frequenz vom Server beeinflussen kannst.

📶 Die 3 Buffering-Stufen im Überblick:

  • 🔵 Maximum (32-Bit Datenrate)
    → Weniger Updates pro Sekunde, flüssigere Darstellung bei schlechter Verbindung
    → Empfohlen bei Paketverlust oder schwankendem Ping

  • 🟠 Moderat (64-Bit Datenrate)
    → Ausgewogene Einstellung, Standardwert

  • 🟢 Minimum (128-Bit Datenrate)
    → Höchste Genauigkeit bei Spielerbewegungen, aber anfälliger bei instabiler Leitung
    → Empfohlen nur bei sehr stabilem Internet

🎯 Was bringt das?

Im Grunde regelst du damit, wie oft du pro Sekunde Updates vom Server erhältst.
Wenn du zu viele Updates bekommst, aber nicht alle empfangen kannst, interpoliert der Client Bewegungen falsch – es kann zu „Warping“ oder „Mini-Teleports“ kommen.
Weniger Updates bedeuten flüssigere, aber leicht verzögerte Bewegungen.

👉 Mein Tipp: Jeder sollte diese Einstellung individuell testen, je nach Leitung und Spielgefühl.


Fazit:

Valorant läuft jetzt so stabil wie es mit Vodafone-Kabel aktuell nur möglich ist.
Die Kombination aus:

  • Dual Stack

  • Gaming-Router (ASUS GS-AX5400)

  • Portweiterleitung

  • QoS

  • WTFast

  • und gezieltem Netzwerk-Buffering

hat bei mir einen riesigen Unterschied gemacht – Ping stabil, Spielgefühl deutlich besser.
Mehr geht aus meiner Sicht nur noch mit Glasfaser, oder wenn Riot am Netcode bzw. den Servern arbeitet.

Wenn ihr ähnliche Probleme habt – gerade mit Valorant – kann ich die genannten Schritte wirklich empfehlen.

 

 

 

 

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Ursprüngliches Problem:

 

Hallo zusammen,

ich habe seit einiger Zeit erhebliche Verbindungsprobleme zu den EU-Servern von Valorant. Mein Ping ist nicht nur erhöht, sondern weist auch starke Schwankungen (Jitter) auf, was das Spielerlebnis massiv beeinträchtigt. Das Spiel fühlt sich dadurch schwammig und verzögert an, und faire Duelle sind kaum möglich.

Ich wohne in Baden-Württemberg und mein Computer ist über eine kabelgebundene LAN-Verbindung mit dem Router verbunden. Das Problem tritt nicht nur in Valorant auf, sondern auch in anderen Online-Spielen, was auf ein generelles Netzwerkproblem hindeuten könnte.

Ich habe bereits verschiedene Tests und Maßnahmen durchgeführt, aber leider keine Verbesserung erzielt. Hier sind einige Details zu meinem Problem sowie die bisher ergriffenen Schritte:

 

Problembeschreibung:

  • Ping-Schwankungen (Jitter): Mein Ping springt in Valorant stark hin und her, was die Reaktionszeiten unberechenbar macht.
  • Andere Spiele ebenfalls betroffen: Auch in anderen Online-Spielen treten ähnliche Probleme mit Ping-Schwankungen und Jitter auf.
  • Gleiche Probleme auf anderem PC: Ein zweiter PC im Haushalt zeigt dieselben Probleme, selbst wenn nur einer aktiv im Netzwerk ist.

 

Bisher durchgeführte Tests & Maßnahmen: 1. Netzwerkeinstellungen & Hardware

 

DNS-Server gewechselt: Ich habe zwischen Cloudflare (1.1.1.1) und Google DNS (8.8.8.8) getestet, aber das Problem bleibt bestehen.
Teredo-Tunneling überprüft & deaktiviert (Windows-Befehl ausgeführt → „OK“ Meldung erhalten).
Netzwerktreiber aktualisiert: Sind laut Windows auf dem neuesten Stand.
IP-Adresse erneuert & DNS-Cache geleert.
Router & Modem neugestartet.
Nicht verwendete Netzwerkadapter deaktiviert: Nur der LAN-Adapter ist aktiv.
Verbindung über Kabel (LAN) statt WLAN.

 

2. Router & Bufferbloat-Optimierung

  • Ich nutze eine 250 Mbit/s Download & 50 Mbit/s Upload Verbindung.
  • Router: ASUS GS-AX5400, Vodafone Station im Bridge-Modus.
  • Quality of Service (QoS) Einstellungen:
    • Upload & Download begrenzt (42 Mbit/s Upload, 212 Mbit/s Download), um Bufferbloat zu minimieren → Keine Verbesserung.
  • Open NAT eingerichtet: Valorant, League of Legends & weitere Spiele freigegeben → Keine Verbesserung.
  • Gear Accelerator aktiviert: Spielgeräte priorisiert → Keine Verbesserung.

 

3. Tests & Auffälligkeiten

4. Sicherheitssoftware geprüft

  • Ich nutze Bitdefender als Antivirus.
  • Valorant, der Riot Client & Vanguard sind vollständig freigegeben.

Riot Games' Einschätzung:

  • Laut Riot Games könnte es sich um ein Routing-Problem seitens Vodafone handeln.
  • Empfehlung: Kontaktaufnahme mit Vodafone, um Routing zu Riot-Servern zu prüfen.
  • Falls Vodafone weitere Details benötigt, stellt Riot Games eine PeeringDB-Seite mit relevanten Routing-Informationen bereit:
    https://www.peeringdb.com/net/5918.
  • Vodafone sollte zudem in Betracht ziehen, eine statische IP bereitzustellen oder die öffentliche IP-Adresse für den gesamten Datenverkehr stabil zu halten.

Mögliche nächste Schritte:

📌Hat noch jemand diese Probleme mit Vodafone (insbesondere in Baden-Württemberg)?
📌Kann Vodafone die Routing-Probleme bestätigen oder lösen?

Ich freue mich über jede Rückmeldung!
Danke im Voraus.

Beste Grüße,

Wapti

23 Antworten 23
Escorpio
Datenguru
Datenguru

Das Problem ist doch ziemlich klar in den Screens zu erkennen, es ist ein Backbone "rc2-ae" (vermutlich von Vodafone) in Frankfurt. Bei Nutzung eines alternativen DNS (Google oder Coudflare z.b.) bleibt das Backbone gleich, daher bleibt auch das Fehlerbild bestehen. 

 

Bei VPN Nutzung ändert sich das Backbone oftmals, da die Server der VPN's andere Standorte haben und somit ein anderes Routing dahin stattfindet. Ein stabiles VPN (welches keine andere Probleme verursacht) könnte in diesem Fall daher die Lösung sein. 

 

Mit IP4 und IP6 hat das ganze nur bedingt etwas zu tun. Die Protokolle laufen zwar über verschiedene Backbone Server, daher würde IP6 das Problem zwar lösen, es ist aber nicht der Verursacher (auch in einem IP4 Backbone dürfen solche Probleme nicht auftauchen). Interessant wäre auch zu wissen, wie die Pings zu Zeiten ausfallen, wenn wenig Nutzer online sind. 

 

Auf jedem Fall ist das Problem nicht dein Anschluss und auch nicht dein Router, daher kann der Vodafone Techniker bei dir Vorort auch nichts finden. 


@Wapti  schrieb:

Ne Vodafone und zwei Techniker sagen alles in Ordnung, 


So sieht's auch in den Screenshots aus.

Wenn du zu den diversen Servern im Netz 0% Packet Loss hast, dann ist die Leitung in Ordnung.

 


@Wapti  schrieb:

Riot Games sagt es liegt am Internetanbieter und das irgendein Hop wohl nach Spanien gehen soll und nur Vodafone das Routing ändern kann (mehrere unterschiedliche Support-Mitarbeiter) .

User hier wie reneromann sagen es liegt an Riot Games.


Das die Service-Mitarbeiter von Riot nicht unbedingt Ahnung haben (müssen), wie das Internet funktioniert, zeigt sich hier mal wieder besonders deutlich.

Für das Routing und insbesondere die Veröffentlichung der Routen im Internet ist einzig und allein der Serveranbieter zuständig -- und da Riot offenbar ein eigenes Netz unter dem ASN 6507 betreibt, ist alleine Riot dafür verantwortlich, die notwendigen Routen zu seinen Netzen über seine Transfernetzbetreiber per BGP zu veröffentlichen. Vodafone kann nicht in das Routing eingreifen, welches Riot per BGP veröffentlicht!

 


@Wapti  schrieb:

Fakt ist das sich an meiner Situation nichts gebessert hat. Ich aber auch nicht urteilen kann ob es jetzt an Riot Games und allen anderen Online Spiel Servern liegt oder an Vodafone,

oder einfach daran das Kabelverbindung ansich halt störanfällig ist.


Das Problem liegt nicht an deiner Leitung, wenn das Problem einzig und allein zu einem einzigen Spieleanbieter auftritt.

So blöd es auch klingen mag, aber Riot und Sony sind in der Vergangenheit schon öfter mit genau solchen Problemen aufgefallen und versuchen die immer und immer wieder auf die Endkunden-ISP zu schieben, statt die eigenen Hausaufgaben zu machen (weil das natürlich die einfachste Lösung ist).

 

Und noch was: Das einzelne Hops im Netz nicht oder nur sporadisch antworten, liegt an deren Firewall-Einstellungen. Wenn die Router auf alle Ping-Anfragen antworten würden, wären die nur noch mit Ping-Antworten beschäftigt und nicht mehr mit dem, wofür sie eigentlich da sind: Pakete routen...


@reneromann  schrieb:

Und noch was: Das einzelne Hops im Netz nicht oder nur sporadisch antworten, liegt an deren Firewall-Einstellungen. Wenn die Router auf alle Ping-Anfragen antworten würden, wären die nur noch mit Ping-Antworten beschäftigt und nicht mehr mit dem, wofür sie eigentlich da sind: Pakete routen...

Das Problem sind nicht die Hops (Backbones) die nicht antworten, es sind die Hops mit massiven Paketverlusten. 


@Escorpio  schrieb:

@reneromann  schrieb:

Und noch was: Das einzelne Hops im Netz nicht oder nur sporadisch antworten, liegt an deren Firewall-Einstellungen. Wenn die Router auf alle Ping-Anfragen antworten würden, wären die nur noch mit Ping-Antworten beschäftigt und nicht mehr mit dem, wofür sie eigentlich da sind: Pakete routen...

Das Problem sind nicht die Hops (Backbones) die nicht antworten, es sind die Hops mit massiven Paketverlusten. 


Nochmal, weil du es offenbar nicht verstanden hast:

Die Router zwischendurch verwerfen Ping-Anfragen aktiv aufgrund deren Firewall-Einstellung! Das sind also keine "massiven Paketverluste", sondern gewolltes Verhalten!

 

Denn wenn es auf der Strecke vor diesen Hops zu den "massiven Paketverlusten" käme, müssten ALLE Hops dahinter das Problem zeigen -- tun sie aber nicht, weil es eben kein Paketverlust, sondern bewusst eingestelltes Verhalten in der Firewall des jeweiligen Routers ist, "exzessive" Ping-Anfragen zu verwerfen (wobei "exzessiv" eine Frage der konkreten Ausgestaltung / Einstellung der Firewall ist -- das kann teilweise schon mehr als 1 Ping-Paket pro 10s sein).