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Betreibt Vodafone eine freiwillige Vorratsdatenspeicherung?
Maike02
Smart-Analyzer
Smart-Analyzer

Ich bin Vodafone Kabel Kunde und ehemaliger Kunde bei Unitymedia. Ich bin grade etwas verwirrt was den Datenschutz im Hinblick auf IP-Adressen angeht.

 

Auf der Datenschutz Seite von Vodafone steht „Und Daten zu Deinen Internet-Sessions spätestens 7 Tage, meistens direkt nach Ende der Session“ Quelle:Quelle 

 

Jedoch scheint ja Unitymedia sozusagen eine eigene Abteilung bei Vodafone zu sein. Viele Ding wie z.B Ds-Lite wurden nahtlos von Unitymedia übernommen. Wie auch immer, in einer Antwort an eine eine Kundenanfrage teilte Unitymedia folgendes mit:

 

„Uns ist immer nur bekannt, welche IP-Adresse einem Endgerät aktuell zugewiesen ist, wann die Zuweisung erfolgt ist, wann die Zuweisungsdauer zuletzt erneuert worden ist und wann die aktuelle Zuweisungsdauer abläuft. Informationen darüber, welche IP-Adresse(n) diesem Endgerät zuvor zugewiesen worden ist/sind , wann die Zuweisung(en) erfolgt ist/sind und gegebenenfalls ob und wann die Zuweisungsdauer erneuert worden und wieder abgelaufen ist, liegen uns ausdrücklich nicht vor.

Unterbrochen wird dieser Prozess demnach beispielsweise dadurch, dass das Kabelmodem für die Dauer von einer Stunde von unserem Netz getrennt wird, etwa durch Abzug des Koaxialkabels oder durch Abschalten des Modems."

 

Quelle:Quelle2  Antwort vom: 06.05.2018

 

Soweit so gut jedoch habe ich seit Monat den gleichen IPv6 Präfix mit dem mein Anschluss zu 100% von Trackern identifiziert werden kann. Da bringt es auch nix mehr einen Browser zu verwenden, welcher eben ein Browser bzw Device Fingerprinting effektiv verhindert (z.B Brave oder Mullvad Browser).

 

Das ist jedoch gar nicht mein größtes Problem. Viel mehr würde es mich interessieren wie lange meinem Anschluss (bei einer rechtlich einwandfreien Anfrage) eine IP Adresse zugeordnet werden könnte. Es gibt in Deutschland keine Vorratsdatenspeicherung. Aktuell habe ich die Vermutung, dass Vodafone jedoch eine solche durch die Hintertür durchführt!

 

 

Wenn man die Antwort zu Grunde legt ist die IP-Adresse nämlich solange meinem Anschluss zuzuordnen, solange eine neue Zuordnung nicht erfolgt ist. Dies ist aber definitiv nicht nach einer Stunde der Fall (jedenfalls nicht bei IPv6). Ja, wenn ich die FritzBox über Nacht ausmache erhalte ich häufig eine neue IPv4 Adresse. Eigentlich nie einen neuen IPv6 Präfix, welcher eben einzigartig für meinen Anschluss ist. Die Leasedauer (also die Zuweisungsdauer, richtig?) beträgt laut FritzBox aktuell über 15 Stunden. Erst wenn die Box solange aus war erhalte ich einen neuen Präfix.

 

Wenn ich keinen Denkfehler habe bin ich also über Monate über diesen Präfix identifizierbar und Vodafone kann mir die ganze Zeit diese IP-Adresse zuordnen, richtig? Irgendwo her muss Vodafone ja wissen:  Anschluss A hat für folgende leasedauer folgenden Präfix.

 

Dies wäre meiner Meinung nach eine freiwillige Vorratsdatenspeicherung, welche ich aus Datenschutz Gründen dezidiert ablehne.

 

Außerdem wären die Angaben auf der Vodafone Datenschutz Seite schlicht Falsch.

 

Ich möchte ganz einfach wissen ob Vodafone manuell die IP-Adressen löscht. Oder ob ich doch richtig in meiner oben dargelegten Annahme liege, dass Vodafone eine freiwillige Vorratsdatenspeicherung durchführt.

11 Antworten 11
AdlerAuge
Giga-Genie
Giga-Genie

Glaubst du im ernst, dass dir das Vodafone bestätigt?

Ne, dann würden die ja zugeben, dass sie auf ihrer Datenschutzseite die Unwahrheit angeben. 

 

Ich hoffe ja immer noch sehr, dass Vodafone das hier dementiert und mir darlegen kann, warum ich zwar immer wieder die gleiche IP Adresse bekomme, das Unternehmen je doch trotzdem nach einer Zwangstrennung (Ende der Session?) die IP Adresse löscht. 

 

Ich lasse mich gerne überraschen

reneromann
SuperUser
SuperUser

Du vermischst zwei Dinge:

a) Vorratsdatenspeicherung

-und-

b) DHCP/DHCPv6-LeaseTime

 

Du sprichst die ganze Zeit von Vorratsdatenspeicherung - beobachtest aber die Lease-Time des IPv6-Leases!

Die IPv6-Lease-Time liegt meines Wissens bei mehreren Tagen - wenn also dein Gerät innerhalb dieser Zeit den Lease erneuern will (oder erneut online geht), teilt der DHCP-Server dem Gerät wieder die gleiche Adresse zu -- gleiches gilt auch bei einem Renew einer laufenden Verbindung. Nur wenn dein Gerät also lang genug (bis nach dem Ablauf des Leases) offline bleibt -ODER- einen expliziten DHCP-RELEASE sendet, fliegt der Lease aus der Tabelle raus und der DHCP behandelt dein Gerät beim nächsten Mal wie ein komplettes Neugerät.

 

Und bei Kabel gibt es keine Zwangstrennungen...

Ich glaube die Intention der Frage ist ziemlich eindeutig. Ob man, dass jetzt Vorratsdatenspeicherung nennen will bleibt jedem selbst überlassen. Für mich wäre es eine faktische Vorratsdatenspeicherung, wenn man meinen Anschluss über Monate hinweg durch die IPv6 Adresse bzw dem Präfix identifizieren und keine manuelle Löschung stattfinden würde.

 

Außerdem würde Vodafone in seiner Datenschutzerklärung die Unwarheit behaupten: „Internet-Verkehrsdaten und Nutzungsdaten löschen wir – soweit diese nicht für die Abrechnung oder Verbreitung der Empfehlungen relevant sind – spätestens nach 7 Tagen“

 

:Quelle 

 

Ist doch ganz einfach entweder Vodafone löscht die Daten manuell (spätestens nach 7 Tagen) oder sie tuen es nicht und speichern freiwillig obwohl der Gesetzgeber dies nicht verlangt.

Oder wo liege ich falsch?

Wende dich mit deinen Fragen an den Datenschutzbeauftragten von VF.

Hier in der Community oder vom Kundensupport wirst du dazu keine Aussagen erhalten.


@Maike02  schrieb:

Oder wo liege ich falsch?


Du hast schlichtweg die Funktionalität von DHCP-Leases nicht verstanden.

 


@Maike02  schrieb:

Ich glaube die Intention der Frage ist ziemlich eindeutig. Ob man, dass jetzt Vorratsdatenspeicherung nennen will bleibt jedem selbst überlassen.


Nein, es ist ein himmelweiter Unterschied, ob Verkehrsdaten (also wann du welchen Traffic mit welcher IP-Adresse wie ausgetauscht hast) erfasst und gespeichert werden -ODER- ob lediglich ein technisch notwendiger DHCP-Lease immer wieder -von deinem Router initiiert!- erneuert wird.

 


@Maike02  schrieb:

Für mich wäre es eine faktische Vorratsdatenspeicherung, wenn man meinen Anschluss über Monate hinweg durch die IPv6 Adresse bzw dem Präfix identifizieren und keine manuelle Löschung stattfinden würde.


Und da liegt dein Irrtum. Vorratsdatenspeicherung bezeichnet explizit das Aufzeichnen der kompletten Verkehrsparameter, also von welcher IP mit welcher IP über welche Protokolle und Ports kommuniziert wird. Es beschreibt explizit NICHT nur das Erneuern von DHCP-Leases.

Davon abgesehen könntest du ein neues Präfix bekommen, wenn dein Router einen expliziten DHCP-RELEASE senden würde -- machen aber die meisten Geräte nicht, insbesondere schon dann nicht, wenn man einfach nur den Stecker oder das Signal kappt.

 


@Maike02  schrieb:

Außerdem würde Vodafone in seiner Datenschutzerklärung die Unwarheit behaupten: „Internet-Verkehrsdaten und Nutzungsdaten löschen wir – soweit diese nicht für die Abrechnung oder Verbreitung der Empfehlungen relevant sind – spätestens nach 7 Tagen“

:Quelle 


Und das hat rein gar nichts mit dem technischen DHCP-Lease zu tun.

 

Bei mir läuft der DHCP-Lease des IPv6-Präfix laut Router z.B. 6,5 Tage -- wenn ich also meinen Router mehr als diese 6,5 Tage offline nehme, würde ich ein neues IPv6-Präfix erhalten, weil der alte Lease dann definitiv abgelaufen ist. Wenn der Router aber online bleibt, versucht er frühestens nach der Hälfte der Zeit -gemäß DHCP-Spezifikationen (u.a. RFC 2131 und RFC 8415)- die zugeteilten IP-Adressen und -präfixe zu erneuern. Und sofern die Erneuerung erfolgreich stattfindet, wird der Counter sowohl auf Client- als auch auf Serverseite zurückgesetzt, die 6,5 Tage würden wieder von vorne anfangen.

Wenn die Erneuerung hingegen fehlschlägt (weil der DHCP-Server nicht erreichbar ist oder eben den RENEW-Request ablehnt), MUSS der Router mit Ablauf des alten Leases die IP-Adressen ZWINGEND freigeben und sich danach wie ein neues Gerät per DHCP-REQUEST eine komplett neue Adresse/Präfix abholen. Die Speicherung des Leases auf Serverseite für die Dauer des Leases ist dabei zwingend notwendig - weil sonst der DHCP-Server gar nicht weiß, welche IP-Adressen und -präfixe er verteilt hat. Daher werden die Adressen in der entsprechenden Tabelle für die Lease-Dauer "blockiert".

 


@Maike02  schrieb:

Ist doch ganz einfach entweder Vodafone löscht die Daten manuell (spätestens nach 7 Tagen) oder sie tuen es nicht und speichern freiwillig obwohl der Gesetzgeber dies nicht verlangt.


Und nochmal: DHCP hat nichts mit Verkehrsdatenspeicherung zu tun!

Aus den DHCP-Daten kann weder abgeleitet werden, ob du online warst (mit Ausnahme, dass der Router zu einem bestimmten Zeitpunkt mal eine IP-Adresse/Präfix bezogen hat und diese bis zum Ablauf oder der expliziten Freigabe durch den Router auch geblockt bleibt), noch mit wem du welche Daten wie ausgetauscht hast.

 

Und Identifizierbarkeit hat übrigens schon gar nichts mit Verkehrsdatenspeicherung zu tun -- woher dieser Mythos kommt, dass man im Internet anonym wäre und warum er sich so hartnäckig hält, obwohl man mit jedem übertragenen Paket seine IP-Adresse als eindeutigen Identifizierer offenbaren muss, kann ich nicht nachvollziehen und kann es auch nicht verstehen.

 

Und nur um mal einen Vergleich zu bringen:

Ein Ziegelstein auf dem Gaspedal ist kein Tempomat - auch wenn man damit die Geschwindigkeit halten kann.

Genau so verhält es sich hier auch mit DHCP-Lease-Zeit und Vorratsdatenspeicherung -- das sind völlig verschiedene Dinge, die nichts miteinander zu tun haben und nicht miteinander vermischt werden dürfen.

Wenn man den Leitfaden des Bundesdatenschutzbeauftragten hinzuzieht ist eine Speicherung der IP-Adresse für maximal sieben Tage lang zulässig.

 

Desweiteren gibt Vodafone diesen Wert von 7 Tagen auch selbst an. Aus welchem Grund die Speicherung stattfindet ist mir als Kunde wumpe.

 

Mir ist das Ergebnis wichtig. Und so wie es aussieht bin ich dort bei Vodafone schlechter gestellt als bei anderen Providern.

 

Ich bin eindeutig durch den Präfix identifizierbar, durch eben Rechtinhaber z.B. Vodafone muss dann diese Daten (weil eben noch vorhanden) rausgeben. Wenn Vodafone diese Daten überschreiben würde und diese dann nach 7 Tagen gelöscht sind, ist ja alles gut.

 

Die Frage ist einfach ob sie dies tuen. Und natürlich ist es ein Unterschied ob mir ein Präfix für höchstens 7 Tage zugeordnet werden kann, oder ob z.B ein rechteinhaber nach Monaten noch erfragen kann wem dieser Präfix zu der Zeit gehörte.


@Maike02  schrieb:

Wenn man den Leitfaden des Bundesdatenschutzbeauftragten hinzuzieht ist eine Speicherung der IP-Adresse für maximal sieben Tage lang zulässig.

 

Desweiteren gibt Vodafone diesen Wert von 7 Tagen auch selbst an. Aus welchem Grund die Speicherung stattfindet ist mir als Kunde wumpe.


Und hier liegt wieder der Fehler:

Die DHCP-Leases haben nichts mit der Speicherung von Verkehrsdaten zu tun.

 


@Maike02  schrieb:

Mir ist das Ergebnis wichtig. Und so wie es aussieht bin ich dort bei Vodafone schlechter gestellt als bei anderen Providern.


Auch andere Provider verwenden DHCP - auch andere Provider haben ähnlich lange Lease-Zeiten - und auch bei anderne Providern ändern sich die IP-Adressen nicht wesentlich öfter. Bei meinem DSL-Anschluss (über die Telekom) hat sich die IP-Adresse seit dem 02.02. auch nicht geändert...

 


@Maike02  schrieb:

Ich bin eindeutig durch den Präfix identifizierbar, durch eben Rechtinhaber z.B. Vodafone muss dann diese Daten (weil eben noch vorhanden) rausgeben. Wenn Vodafone diese Daten überschreiben würde und diese dann nach 7 Tagen gelöscht sind, ist ja alles gut.


Nochmal: Ein DHCP-Lease von 6,5 Tagen max. Laufzeit lässt nur einen Rückschluss über diese 6,5 Tage zu -- in der Regel sogar nur über nicht mal 3,5 Tage, wenn das Gerät nach der Hälfte der Leasedauer den Lease erneuert.

 


@Maike02  schrieb:

Die Frage ist einfach ob sie dies tuen.


Der DHCP-Server hat eine Tabelle in der steht:

* IP-Adresse/Präfix, MAC-Adresse, Lease-Dauer-Beginn, Lease-Dauer-Ablauf

Wenn eine Erneuerung des Leases passiert, werden Lease-Dauer-Beginn und Lease-Dauer-Ablauf überschrieben - es ist also ab dem Zeitpunkt der Erneuerung nicht mehr nachvollziehbar, ob es sich um eine Erneuerung oder eine Neuzuteilung handelt(e).

Mehr braucht der DHCP-Server auch nicht -- und spätestens mit Ablauf eines Leases wird der Eintrag komplett aus der Datenbank des DHCP-Servers gelöscht -- der will sich nicht selbst zumüllen, weil die DHCP-Requests sonst richtig langsam werden würden.

 


@Maike02  schrieb:

Und natürlich ist es ein Unterschied ob mir ein Präfix für höchstens 7 Tage zugeordnet werden kann, oder ob z.B ein rechteinhaber nach Monaten noch erfragen kann wem dieser Präfix zu der Zeit gehörte.


Und genau da liegt der springende Punkt:

Aus den Daten des DHCP-Servers kann dies maximal für die Lease-Dauer rückwärts bestimmt werden -- nicht mehr. Und meines Wissens müssen diese Daten -anders als Verkehrsdaten- NICHT an die Ermittlungsbehörden herausgegeben werden.

 

Davon abgesehen kann ein Rechteinhaber gar nichts erfragen - weil dieser keinerlei Auskunftsrecht gegenüber dem Provider hat. Wenn überhaupt können dies nur Strafverfolgungsbehörden nach entsprechender Strafanzeige -- und da reichen die gesagten DHCP-Daten nicht aus, um mehr als die Lease-Dauer zurückzublicken.

Vielen Dank für die Antwort, jedoch habe ich folgenden Artikel gefunden: Artikel 

 

Dieser kommt zu einer anderen Schlussfolgerung. Bist du dir sicher, dass die Daten nach abgelaufener leastime gelöscht bzw überschrieben werden?