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Lösung
am 17.12.2019 23:10
Hallo,
ich habe einen Vodafone DSL 100 Vertrag seit Anfang 2017 abgeschlossen.
Zu Begin war die Downloadgeschwindigkeit in den Abendstunden (ab 18 bis 24 Uhr) etwas reduziert und lag bei knapp 40 - 50 Mbit/s. Die Situation verschlimmerte sich mit jedem Monat aber und liegt aktuell in diesem Zeitfenster bei 3 bis 5 Mbit/s.
Ich habe schon mehrmals eine Störung gemeldet, habe per Post die Vodafone Zentrale angeschrieben und den Fehler geschildert, unzählige Speedchecks gemacht. Alles nutzt nichts und ich bekam (bis heute) die Aussage dass mit "Hochdruck" an diesem Problem gearbeitet wird, man aber von der Telekom und deren Infrastruktur abhängig sei. Aber mittelfristig würde es eine technische Lösung geben.
Da ich nun denke dass 2 Jahre Wartezeit auf eine Lösung, 2 Jahre Bezahlung einer DSL 100 Rechnung und 2 Jahre 3-5 Mbit Leistung reichen habe ich heute abend nochmals beim technischen Support angerufen und die Aussage erhalten: "An der Geschwindigkeit können wir leider nichts machen"
Aha! Prima. Spaßeshalber habe ich daraufhin die "Verfügbarkeitsprüfung" durchgeführt, und nun könnte ich sogar einen 250 Mbit/s Vertrag für meinen Wohnort abschließen, der (mit hoher Wahrscheinlichkeit) dann auch bei 1-5 Mbit/s in den Abendstunden liegt.
Vodafone bewirbt und verkauft Leistungen die sie nicht erbringen kann (oder will). Ich habe einen Vertrag mit einer "...bis zu 100 Mbit/s" Leistung abgeschlossen und Vodafone bucht hierfür auch jeden Monat Geld ab. Laut Bundesnetzagentur ist der Anbieter verpflichtet eine Mindestgeschwindigkeit bzw. Mindestleistung zu erbringen.
Passiert hier überhaupt noch etwas? Wieso werden solche oder sogar bessere Verträge bis heute von Vodafone für meinen Standort verkauft obwohl lt. Service-Mitarbeiter diese Leistung gar nicht erbracht werden kann?
18.12.2019 00:27 - bearbeitet 18.12.2019 00:37
Du kannst nachträglich ab Störungsmeldung noch versuchen eine Gutschrift zu erhalten. Vodafone ist da ziemlich kulant.
Ansonsten zu deiner Frage, wieso? Weil die meisten nicht merken, daß sie abends nur 1% der Leistung abrufen können, beim surfen und Mail checken fällt so was nicht auf.
Auch stimmt es nicht, daß man hier auf die Telekom angewiesen ist, daß die die Störung beheben.
Die Telekom reicht den traffic an Anbieter xyz weiter, kann der Anbieter den traffic nicht direkt vor Ort auf ethernet Schnittstelle annehmen, da er keine eigene Hardware in den Kollokationsräumen hat, dann kann man beim Vorleister, hier Telekom beantragen den traffic an einen BNG zu schicken, der direkt durch Anbieter xyz versorgt wird.
Wenn man hier zu wenig bitstrom Leistungen bezieht oder selbst zu wenig bitstrom layer 2 vor Ort anliegen hat, kommt es zu diesem Datenstau.
Das passiert bei Vodafone leider seit 2012, damals hat es fast ein Jahr gedauert bis Vodafone bundesweit wieder genügend Kapazitäten geschaffen hat.
Dann waren die Kapazitäten wenige Jahre danach wieder erschöpft (als die 100MBit kamen) gibt hier einen thread mit mehreren hundert Seiten, wo sich nur User aus Berlin mit alle dem gleichen Problem ausgetauscht haben.
Seit über einem Jahr mietet Vodafone schon keine zusätzlichen bitstrom layer 3 Kapazitäten mehr an, sondern rüstet das eigene Netz direkt soweit auf, das man auf layer 2 Ebene direkt den traffic über ethernet Basis vor Ort entgegen nehmen kann.
Die von der Bundesnetzagentur festgelegten Transportkosten sind natürlich günstiger, umso näher man selbst am Kunden ist. Dementsprechend macht ein doppelter Ausbau wirtschaftlich keinen Sinn, natürlich ist der leidtragende der Kunde.
Es gibt seit 2017 allerdings auch eine einfache Möglichkeit dem Provider dazu zu bringen die Leistung entweder zu liefern oder ihn dazu zu bringen das man seinen Vertrag außerordentlich auflösen kann.
Die Bundesnetzagentur hat mit breitbandmessung.de ein Tool erschaffen, mit dem man ein zweitägiges messprotokoll anfertigen kann und somit den Anbieter mit Fristsetzung auffordern kann das Problem, zu niedrige Bandbreite zu lösen, ansonsten sieht die Bundesnetzagentur nur die Sonderkündigung vor.
Gutschriften oder LTE Datenvolumen das von Vodafone auf Nachfrage oft bereitgestellt wird ist reine Kulanz, damit man den Kunden nicht verliert, denn dein Recht ist es die vertraglich festgelegten datenrate auch zu erreichen und dies zu jeder Zeit zu mindest 90% der maximalen datenrate. (Auffassung der Bundesnetzagentur, kein ISP wird vor Gericht ziehen, die würden wahrscheinlich sofort eine Abfuhr erhalten)
Um noch etwas hinzuzufügen.
Vodafone möchte bis Ende des Geschäftsjahres 2020, April 2020 alle Anschlüsse, bei denen zu wenig bitstrom Kapazitäten angemietet worden sind, auf bitstrom layer 2 migrieren.
Da du seit zwei Jahren schon betroffen bist, kann ich mir nicht vorstellen, das du noch ein halbes Jahr warten musst.
Vielleicht kann die moderation schon sehen, wann die neue Anbindung in Betrieb geht.
Ich bin aber persönlich immer wieder fasziniert , wie man es so lange mit so einer niedrigen datenrate aushält. Das Problem ist ja nicht nur die extrem beschränkte datenrate, hinzu kommt auch, dass die latenz auf 120-150sm von den normalen 10-30ms innerhalb Deutschlands steigt und damit selbst der Aufbau einer Website allein durch die erhöhte latenz schon eine gefühlte Ewigkeit länger dauert.
am 19.12.2019 09:23
Danke für den Tip mit dem Tool der Bundesnetzagentur.
Witzig finde ich in meinem Fall das die alte 25mbit-Leitung immer problemlos lief und erst jetzt mit der 100mbit-Leitung die Probleme auftreten in der Primetime nur ~10mbit zu erhalten.
Dann bleibt mir wohl nur übrig die Tests durchzuführen, mein Sonderkündigungsrecht durchzusetzen und einfach zur Telekom zu wechseln.
am 19.12.2019 12:46
Hallo MarkusDinger66,
tut mir leid, dass Du mit so geringen Bandbreiten zu kämpfen hast. Ich schau mir Deinen Anschluss gern an. Dann kann ich Dir auch sagen, ob die Migration auf Layer2 bei Dir in naher Zukunft gemacht werden kann.
Schick mir dazu einfach eine PN mit Deiner Kundennummer und dem Kundenkennwort zu.
LG,
Dany