Frage
Antwort
Lösung
am
20.07.2020
18:54
- zuletzt bearbeitet am
20.07.2020
23:29
von
Mav1976
Guten Tag,
wir bitten um Ihre Unterstützung, denn wir sind langsam, aber sicher ratlos.
Vor etwas über 3 Wochen haben wir auf Empfehlung bei Vodafone telefonisch einen Kombi-Vertrag abgeschlossen. Der Kundenberater hatte sich über eine Stunde Zeit genommen, da sowohl 2 Mobilfunkverträge als auch ein Internet+Festnetz-Vertrag übernommen werden sollte. Laut Verfügbarkeitscheck und interner (!) Nachfrage des Kundenberaters bei dem Abteilungsleiter sollte der Wechsel von SWN-Nett zu Vodafone kein Problem darstellen. Das Gespräch wurde aufgezeichnet.
Seither läuft aber alles schief. Beim Mobilfunk wird uns die zugesicherte (und im Vertragsdokument schriftlich bestätigte) Basispreisbefreiung nicht gewährt. Der Kundenservice weigert sich, dies im vollen Umfang zu hinterlegen (online klappte es nur bei einer Nummer, eine Kündigungsbestätigung hochzuladen, aber für die zweite Nummer wird es weder schriftlich noch telefonisch akzeptiert und der Kundenservice behauptet, es würde nicht gehen). Seufz.
Mit dem Internet-Festnetz sieht es mittlerweile ähnlich aus. Wir haben erst vor 2 Jahren unseren Glasfaseranschluss durch die SWN-Nett erhalten. Nun wollten wir, weil wir mit dem Netz nicht zufrieden sind (da steckt Wilhelm Tel hinter) gern zu Vodafone wechseln.
Die Techniker von Cableway (inzwischen waren 2 vor Ort) sind bisher nicht in der Lage gewesen, die Installation durchzuführen und suchen immer die „Kabel-Deutschland-Box“ bzw. die Leitung für Kabel-Deutschland. Und nun verlangen die Techniker, dass wir die Wand, wo der – bereits vor Jahren (!!!) vom Vorbesitzer - stillgelegte Anschluss, der wohl vor Urzeiten mal Kabel-Deutschland war, wieder aufkloppen, damit dort der Vodafone-Anschluss gelegt werden kann! Eventuell... Vielleicht… Wenn dann die Messungen stimmen… Da ist aber kein Glasfaser! Außerdem war das so auch nicht abgesprochen! Wir wollten eigentlich eine Stornierung des Vertrags umgehen, aber anscheinend und unter diesen Umständen, bleibt uns nichts anderes übrig, oder?
Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn sich mal jemand wirklich berufen fühlt, uns hierbei zu helfen.
Vielen Dank im Voraus!
Mit besten Grüßen
SteffiLu
*** @SteffiLu, Beitrag von Über Gott und die Welt nach Internet, Telefon & TV über Kabel verschoben! ***
Gelöst! Gehe zu Lösung.
am 21.07.2020 21:22
@SteffiLu schrieb:
Ich finde es sehr anmaßend, zu behaupten, dass jeder normale Endverbraucher bzw. Hausbesitzer darüber Bescheid wissen muss.
Das hat nichts mit "anmaßend" zu tun, sondern damit, wie Versorgungsverträge von Grundstücken aufgebaut sind.
Es gibt klare Grenzen der Zuständigkeit - die Übergabepunkte - bis zu denen der jeweilige Netzbetreiber zuständig ist. Alle Änderungen an Anlagenteilen bis zu diesem Übergabepunkt sind nur in Rücksprache mit dem Netzbetreiber und ggfs. auch nur durch von ihn zugelassenes Personal durchzuführen.
Wenn unbefugte Personen -und das kann auch der Eigentümer sein- an den Anlagen VOR dem Übergabepunkt "herumfummeln", kann der Netzbetreiber die Kosten für die Wiederherstellung des Netzzugangs vom Verursacher einfordern. Hilfsweise auch vom Eigentümer, der seinerseits dann den Verursacher zur Rechenschaft ziehen kann.
Komischerweise kommt beim Stromanschluß niemand auf die Idee, einfach das Hauptkabel an der Hauswand abzuschneiden - warum man beim Kabelanschluß genau dies macht, wird sich mir nie erschließen. Das der Netzbetreiber beim Kabelanschluß für die (ordnungsgemäße und alleinig durch die unsachgemäße Entfernung des HÜP) notwendige Instandsetzung des vormals schon bestehenden funktionsfähigen Zustands Geld fordert, dürfte eigentlich einleuchten...
Nochmal: Alles, was bis zum HÜP geht, ist NICHT EUER Eigentum, sondern das gehört dem Netzbetreiber! Für eben jene Anbindung an sein Netz hat der Netzbetreiber mal irgendwann entsprechende Anschlußgebühren verlangt und den Anschluß dann entsprechend bereitgestellt. Wenn dieser Anschluß beschädigt oder zerstört wird, dann kostet die Wiederherstellung des Anschlusses entsprechend Geld - und zwar den Verursacher des Defekts.
Einzige Möglichkeit: Ihr könntet versuchen, den damaligen Eigentümer aufgrund dieses versteckten Mangels eventuell zur Übernahme der Kosten zu bewegen - sofern er wirklich den HÜP nicht fachgerecht und vor allem ohne entsprechende Rückmeldung an Vodafone hat entfernen lassen.
am 20.07.2020 20:28
@SteffiLu: Nachdem was du schreibst, ich würd meinen mit Vodafone Kabel Deutschland wird das nichts.
Weil wenn der Hausbesitzer/Vermieter/Hausverwaltung auf SWN-Nett gewechselt hat, gibt es keine Verträge mehr mit VF/KD.
2 Anbieter gleichzeitig, das wird keiner machen wollen.
am 20.07.2020 22:52
Könnte es sein, dass der Übergabepunkt damals nicht fachgerecht zurückgebaut oder verlegt wurde und das Koaxkabel mitsamt HÜP (oder -noch schlimmer- das blanke Koax-Kabel) irgendwo in der Wand endet?
Davon abgesehen: Technisch gesehen ist der Anschluß realisierbar, wenn der HÜP ordnungsgemäß zugänglich ist. Dafür -wie auch für Beschädigungen im Rahmen von Umbauten- ist alleine der Hauseigentümer verantwortlich. Wenn ihr also die Eigentümer seid und den Zugang zum HÜP verwehrt, ist das keine "technisch unmögliche Installation", sondern eine (durch euch) aktiv verhinderte Installation (ein kleiner aber feiner Unterschied, der aber bei eventuellen Zahlungspflichten sowie bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung auf einmal eine große Rolle spielen kann).
Und ja, Vodafone schaltet NICHT über die Glasfaserkabel von Drittanbietern, sondern nutzt das eigene Koax-Netz, selbst wenn das gerne mal als "Hybrid-Koax-Glasfasernetz" vermarktet wird [technisch endet die Glasfaser in den Kästen am Straßenrand - wie bei VDSL auch - und von dort an geht's per Koax weiter].
am 21.07.2020 00:27
Darf ich fragen was ihr für Probleme mit eurem Glasfaseranschluss hattet?
am 21.07.2020 08:19
Meine Beiträge sind als normaler User geschrieben. Trete ich in meiner Funktion als SuperUser auf, so ist dies durch kursive Schrift gekennzeichnet.
am 21.07.2020 11:25
Hallo Zusammen,
vielen Dank für die Rückmeldungen und Erklärungen. Und danke fürs Verschieben! Komischerweise kann ich, trotz ordnungsgemäßer Registrierung, in keiner anderen Rubrik neue Threads erstellen.
Wir sind seit zwei Jahren Eigentümer des Hauses. Der Vorbesitzer hatte seinerzeit noch alles in die Wege geleitet für den Glasfaseranschluss von SWN-Nett. Und erwähnte nur beiläufig, dass „da in der Wand noch ein seit Jahren stillgelegter Anschluss sei, vermutlich von Kabel-Deutschland“. Er selbst war jahrelang Telekom-Kunde.
Der Glasfaser-Anschluss wurde uns statt in den Keller direkt ins Arbeitszimmer gelegt – einschließlich eines neuen HÜP, der hat uns bereits 999 Euro gekostet. Warum sollen wir dann noch einen neuen einbauen lassen? Ich bin technisch nicht so sehr versiert – muss für jeden Anbieterwechsel ein neuer HÜP eingebaut werden??
Nachdem wir gegenüber dem zweiten Techniker (mit dem ersten Techniker gab es massive Verständigungsprobleme) erwähnten, dass in der Wand evtl. mal ein KD-Anschluss war, verlangte der Techniker, dass wir die Wand aufstemmen sollen, damit er alles durchmessen kann. Er konnte uns aber nicht wirklich erklären, warum eine Uralte-Leitung neu belebt werden soll und ob das dann auch Glasfaser bzw. eine 500 Mbit-Leitung ist. Er müsse das messen und nur vielleicht funktioniert es dann, war letztendlich seine Aussage. Hätten wir das nicht zufällig erwähnt, hätte er ja auch mit den Gegebenheiten klar kommen müssen, oder?
Da mein Mann im Rollstuhl sitzt, ist es für uns extrem schwierig, die Wand mal eben wieder aufzustemmen (den Vorschlag des gemeinsamen Aufstemmens finde ich sehr reizvoll 😉).
Man möge es mir verzeihen, wenn die Frage nicht eindeutig genug war und ich vllt. zu weit ausgeholt habe: Ich möchte einfach nur verstehen, wieso eine Uralt-Leitung wieder aktiviert werden soll, wo doch ein praktisch nagelneuer HÜP vorhanden ist. Von daher frage ich mich natürlich auch, warum der VF-Kundenberater uns nach Rückfrage bei seinem Abteilungsleiter versicherte, dass es so gehen wird - „da muss dann nur zusätzlich ein VF-Kabel durchgezogen werden“. Er selbst wusste von dem Alt-Anschluss nichts – er ist vom jetzigen Zustand mit dem SWN-Nett-Glasfaser ausgegangen.
Ein Danke an alle, fürs Lesen und für die Ratschläge. Ich hoffe, es kann mir noch jemand meine Frage beantworten, ohne zu technisch zu werden. Ein neuer HÜP ist, sollte wirklich ein neuer HÜP für jeden Anbieterwechsel eingebaut werden müssen, zurzeit absolut nicht drin. Für weitere, andere Lösungsvorschläge, sofern es sie denn überhaupt gibt, wäre ich auch sehr dankbar.
am 21.07.2020 13:00
Sobald das Kabel, egal welches, dein Haus verläßt, also Straßenseitig nach dem HÜP werden andere Technologien verwendet.
Der vorhandene Glasfaseranschluß führt technisch nie zu Vodafone Kabel.
Wahrscheinlich könntest du mit diesem Anschluß nicht mal DSL von einem Anbieter betreiben.
Der 2Darht-Hausanschluß (nennt sich, glaube ich, TAL) ist nur für die DSL-Schiene vorgesehen. Hier gibt es nur den Sonderfall, dass die Telekom gesetzlich verpflichtet ist, diese Leitungen unterzuvermieten.
am 21.07.2020 13:03
Das ein anderer HÜP notwendig ist, hat den einfachen Hintergrund, dass Vodafone eine andere Technologie verwendet. Weder (V)DSL noch Kabel-Internet können über den Glasfaser-HÜP der SWN-Net bezogen werden - über diesen HÜP wirst du ausschließlich Leistungen der SWN-Net beziehen können, da SWN-Net keine Durchleitungsvereinbarung für Dritte hat.
Vodafone bietet ihre Kabel-Internettarife ausschließlich über das Koax-Kabelnetz an (deshalb auch Kabel) - dieses Koax-Kabelnetz endet am HÜP von ehemals KabelDeutschland/jetzt Vodafone KabelDeutschland und wird von dort über die Koax-Verteilung im Haus (i.d.R. auch für's Kabel-TV genutzt) verteilt.
Dabei kann das Koax-Kabelnetz Geschwindigkeiten von derzeit bis zu 1 GBit/s im Down- und 50 MBit/s im Upstream erreichen, wobei die Geschwindigkeiten eines Segments bei derzeit knapp 2,6 GBit/s im Down- und 140 MBit/s im Upstream liegen, die sich alle Kunden am Segment teilen. Ergo kann diese "alte Leitung" sehr wohl -sofern sauber eingemessen- und vor allem ohne größere Probleme die 500 MBit/s erreichen.
Gleiches gilt übrigens auch, wenn du (V)DSL bei der Telekom oder einem anderen (V)DSL-Reseller bestellen würdest - dort hilft dir der Glasfaser-HÜP ebenfalls nichts - die wollen an den Telekom-APL (der HÜP der Telekom halt) ran und stellen die Leitungen dann per Telefondraht bereit.
Das Grundproblem ist und bleibt:
Wenn ein HÜP existiert(e) und ihr (oder der Voreigentümer) diesen unsachgemäß abgebaut habt, dann müsst ihr auch die Kosten für die Instandsetzung tragen. Wenn ihr dies nicht wollt, ist das jedoch kein Grund, dass der Vertrag vorzeitig beendet wir - weil ihr dann selbst die Installation und Inbetriebnahme durch die Verweigerung der Instandsetzung des HÜP behindert. Anders wäre es nur, wenn nie ein HÜP bestanden hätte - aber dann hättet ihr auch kein Kabel-Internet bestellen können.
am 21.07.2020 15:40
Wieso wollt ihr überhaupt downgraden? FTTH was ihr über euren lokalen Anbieter habt ist die beste Technik die es gibt. Vodafone Kabel wäre ein klares Downgrade, maximal 1GBit down, 50MBit up, euer Glasfaseranbieter hat 1GBit Down 250MBit Upload im Angebot, von der weniger störanfälligen Technologie noch gar nicht erst gesprochen.
am 21.07.2020 18:03
Nochmals danke für die Erklärungen. Das Problem an der ganzen Geschichte ist aus meiner Sicht, dass der Kundenberater vor Vertragsabschluss kein einziges Wort zu eventuell auf uns zu kommende Kosten bzgl. eines neuen HÜP gemacht hat. Das ein HÜP ausgetauscht werden muss, habe ich erst hier erfahren. Der Vertrag ist aber bereits unter anderen Bedingungen abgeschlossen worden. Und wie schon erwähnt, ist über den möglicherweise vorhandenen KD-Uralt-Anschluss erst im Gespräch mit dem zweiten Techniker gesprochen worden. Ob es sich dabei wirklich ein KD-Anschluss handelt (war ja eine Mutmaßung des Vorbesitzers), wissen wir nicht, da wir die Mittel zum Wandaufstemmen nicht haben.
Warum wir wechseln wollen? Unter anderem aus Kostengründen. Weil das Kombi-Angebot zu verlockend und wir zu naiv waren. Und wir sind nicht so sehr technikversiert, als das wir das als normaler Endverbraucher überhaupt gewusst hätten. Zudem störte es uns massiv, dass ein hin- und wieder ausgeführter Speedtest lediglich eine Downloadleistung von 30-80 Mbit angezeigt hat, egal wann wir welchen Speedtest ausgeführt haben. Wir zahlen für eine 250 Mbit-Leitung, in sofern sollte die Leistung zumindest annähernd passen. Schwankungen sind immer mal möglich, das ist uns durchaus bewusst.
Danke trotzdem an alle, ich habe hier eine Menge gelernt in kurzer Zeit. 😉 Wir wissen zwar nicht genau, wie es jetzt weitergehen soll (Vorschläge willkommen), sehen den Thread aber grundsätzlich als erledigt an. Hätten wir das alles vorher gewusst und so...
Beste Grüße
SLu