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Business Internet Cable - Arris TG3442DE im Bridge Mode - DHCPDISCOVER wird manchmal ignoriert
awiller
Smart-Analyzer
Smart-Analyzer

Guten Tag,

 

ich nutze das Arris TG3442DE im Bridge Mode im Tarif Business Internet Cable, da ich dahinter einen eigenen, virtualisierten pfSense-Router betreibe. Dies ist aus technischen Gruenden notwendig, da eine Loesung mit doppelter NAT nicht praktikabel ist.

 

Zudem - dies ist entscheidend fuer das Verstaendnis der Situation - befinden sich zwischen dem Arris TG3442DE und der pfSense-VM zwei Ethernet-Switches, die natuerlich jeweils ihre eigene MAC-Adresse haben. Nichtsdestotrotz besteht mittels VLANs eine dedizierte und isolierte Layer 2-Verbindung zwischen dem Arris-Geraet und der pfSense. So weit handelt es sich um eine gewoehnliche Ethernet-Topologie.

 

Heute um 09:09 Uhr wurde eine Konfigurationsanpassung vom CMTS gepushed:

Configuration Changed : Set Device.WiFi.AccessPoint.2.X_CISCO_COM_KickAssocDevices to true from CLIENTTOOL,old value is : false,result: Set successfully.

Exakt eine Stunde spaeter, um 10:09 Uhr, hat der pfSense-Router dann gemeldet, dass das WAN-DHCP-Interface Packet Loss hat, letztendlich wurde dieses dann als Down markiert.

 

 

Die Verzoegerung von exakt einer Stunde entspricht dem Intervall, mit dem die RENEW-Meldungen im DHCP-Client des pfSense-Routers auftreten.

 

Dieses Verhalten folgt auf Beobachtungen, welche ich schon in der Vergangenheit gemacht habe:

 

Abhaengig von der Reihenfolge des Einschaltens / der Initialisierung der verschiedenen involvierten Komponenten erhaelt die pfSense-Firewall reproduzierbar niemals oder immer eine IP-Adresse via DHCP.

Wenn die Zuteilung einer IP-Adresse nicht klappt, antwortet schlichtweg niemals jemand auf die DHCPDISCOVER-Requests.

 

Wenn ich einen Laptop direkt mit dem Arris-Geraet verbinde, d.h. ohne weitere Layer 2-Komponenten dazwischen, erhalte ich immer eine IP-Adresse.

 

Daher nehme ich an, dass auf Ihrer Seite lediglich die erste "gesehene" MAC-Adresse akzeptiert wird - welche bei unguenstiger Initialisierungsreihenfolge die des Switches ist. Daraufhin werden alle DHCPDISCOVER-Requests mit einer anderen MAC-Adresse (die der pfSense) anscheinend ignoriert. Diese Theorie muss nicht 100 % korrekt sein, aber spiegelt am besten das Verhalten wieder, das ich beobachten konnte.

 

Derartige Anomalien bei der IP-Adressvergabe mittels DHCP sind anscheinend auch kein unbekanntes Phaenomen: https://forum.vodafone.de/t5/Internet-Ger%C3%A4te/Problem-mit-Asus-RT-AC86U-hinter-Arris-TG3442DE-Mo...

 

Ich sehe fuer die Loesung dieser Situation drei Moeglichkeiten:

  • Das Akzeptieren von DHCPDISCOVER-Requests von anderen MAC-Adressen als nur der erstgesehenen
  • Das Hinterlegen der MAC-Adresse meiner pfSense-Firewall als akzeptierte MAC-Adresse fuer DHCPDISCOVER-Requests in Ihrem System
  • Die Aktivierung der Tarifoption fuer eine statische IP-Adresse - ohne Mehrkosten und unter der Voraussetzung, dass dann nicht weiterhin eventuell vorhandene MAC-Filter die Kommunikation mit der pfSense-Firewall blockieren

Vielen Dank im Voraus.

 

Freundliche Gruesse

A. Willer

7 Antworten 7
pRo-Marco
Moderator:in
Moderator:in

Hi awiller,

 

wir stellen lediglich den Zugang zum Internet zur Verfügung. Im Falle des Bridgemode erfolgt dies über eine öffentliche IPv4 an das nächste Gerät hinter dem Modem. Diese IP ändert sich auch nicht einfach so.

Von unserer Seite her gibt es hier keinen Handlungsbedarf.

 

Viele Grüße

Marco

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RobertP
Giga-Genie
Giga-Genie

@awiller  schrieb:

Abhaengig von der Reihenfolge des Einschaltens / der Initialisierung der verschiedenen involvierten Komponenten erhaelt die pfSense-Firewall reproduzierbar niemals oder immer eine IP-Adresse via DHCP.

Wenn die Zuteilung einer IP-Adresse nicht klappt, antwortet schlichtweg niemals jemand auf die DHCPDISCOVER-Requests.

Wenn ich einen Laptop direkt mit dem Arris-Geraet verbinde, d.h. ohne weitere Layer 2-Komponenten dazwischen, erhalte ich immer eine IP-Adresse.


Moin,

das Verhalten ist absolut normal, da es nur eine IP zu vergeben gibt und diese bekommt das Gerät welches als erstes danach fragt. Ist die IP vergeben und an die MAC gebunden werden keine weiteren Adressen verteilt. Du müsstest also deine anderen Netzwerkkomponenten, wie deine managebaren Switche, so einstellen, dass sie zumindest auf den involvierten Ports keine DHCP Anfragen senden, sonst schnappen sie deiner pfSense die eine zu verteilende IP weg.

Gruß Robert

Hallo Robert,

 

danke fuer die Antwort - ich weiss, dass seitens Vodafone genau eine IP zugeteilt wird.

 

Der DHCP-Client auf den Switches ist deaktiviert und zudem ist das Management-Interface auch nur ueber VLAN 1 erreichbar, seitens der Switches gibt es keinerlei L3-Funktionalitaet ausserhalb von VLAN 1.

 

Das Arris-Geraet haengt an einem untagged-Port, welcher sich in einem exklusiven VLAN befindet, welches vom WAN-Port der pfSense-Firewall zur Arris-Kiste geht und keine weitere L3-Geraete enthaelt.

 

Ich bin auch sicher, dass es keine anderen DHCPDISCOVER-Requests als die der pfSense gibt.

 

Statt dessen ist mein Eindruck, dass Layer 2-Frames (z.B. L2-Broadcast, alte MAC-Tabellen) die Arris-Box erreichen und damit irgendeine Art MAC-Filter triggern. Das ist recht spekulativ, aber das beobachtete Verhalten entspricht nunmal leider auch nicht der Art und Weise, wie sich die ganze Angelegenheit verhalten sollte.


Alex

Nach einer weiteren umfangreichen Debugging-Session konnte ich das Problem sehr klar eingrenzen. Hierzu habe ich auf dem Switch Port Mirroring aktiviert und mit Wireshark beobachtet, was dort so passiert. Anschliessend habe ich pfSense und das Arris-Geraet neu gestartet.
Vorab moechte ich sagen, dass ich es nach dem Reboot beider Komponenten nicht mehr hinbekommen habe, dass die pfSense-Firewall erfolgreich irgendeine Antwort von der Arris-Box bekommt - ohne, dass sich irgendeine Komponente geaendert haette - dass dies ein Timing-Problem ist, wird noch deutlich.

 

Auffaellig war, dass ich alle drei Sekunden zwei Frames mit dem Ethertype 0x8899 - "Realtek Layer 2 Protocols" gesehen habe, adressiert an die Broadcast-MAC ff:ff:ff:ff:ff:ff. Nach kurzer Recherche stellt sich heraus, dass diese Frames ein uebliches Phaenomen bei verschiedensten Switches mit Realtek-Chipsatz sind und der L2 Loop Detection dienen.

 

Um die Situation weiter einzugrenzen, habe ich das Szenario Arris <=> Switch <=> Laptop getestet, dabei waren die beiden genutzten Ports isoliert in ihrem eigenen VLAN. Nach Neustart des Modems habe ich lange gewartet, bevor ich den Laptop angeschlossen habe, damit die Chance erhoeht wird, dass der erste Frame, welchen die Arris-Box sieht, vom Switch kommt. Nach Anschluss des Laptops bekam ich auch in diesem Szenario keine Public IP auf dem Laptop.

 

Dann habe ich den Switch gegen einen anderen getauscht, der keine L2 Loop Detection-Frames sendet. Mit diesem Switch habe ich genau das gleiche Szenario wiederholt - mit dem Ergebnis, dass ich auf dem Laptop eine Public IP-Adresse bekommen habe.

 

Zuletzt habe ich zur weiteren Validierung einen Test gemacht, bei dem ich wie im 1. Szenario den Switch mit Realtek-Chip an die Arris-Box angeschlossen habe, mit dem Ergebnis, dass ich am Laptop wie gehabt keine IP bekomme. Dann habe ich den Switch entfernt und statt dessen den Laptop direkt an den Port der Arris-Box angeschlossen - wieder keine IP-Adresse.

 

Und nun der entscheidende Teil: Nachdem ich mittels MAC Cloning die MAC-Adresse des Laptops auf die MAC-Adresse des Switches gesetzt habe, hat der Laptop sofort eine Public IP erhalten. Nach Umkehr der Massnahme nicht mehr.

 

Damit ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das Arris-Geraet nach dem Booten die Quell-MAC des ersten empfangenen L2-Frames speichert und anschliessend nur noch mit dieser MAC-Adresse redet.

 

Ich moechte deutlich hervorheben, dass dies kein Problem des Switches ist, sondern ein Interoperabilitaetsproblem auf Seiten der Arris-Box - dieses Verhalten fuehrt zu Funktionsstoerungen in Netzwerken, die gewoehnliche L2-Hardware einsetzen. So koennte ich z.B. auch Broadcom-Switches verwenden, welche fuer Discovery-Zwecke L2-Broadcasts mit Ethertype 0x888A senden und haette das gleiche Problem.

 

Aus meiner Sicht darf die MAC-Adress-Filterung erst aktiv werden, wenn z.B. eine Adresse mittels DHCP zugeteilt worden ist. Bis dahin kann ja dennoch jeder L2-Traffic gefiltert werden, um das Segment nicht mit unnoetigen Paketen zu "belasten". Mir ist auch klar, dass das nicht mal eben so umgesetzt wird.

 

Dennoch erwarte ich seitens Vodafone irgendeine Art von Loesung (inzwischen ist auch ein Ticket dazu offen), zumal dieses praxisfremde Verhalten auch nicht in der Leistungsbeschreibung definiert ist.

Moin,

möglich, dass die VF Station sich da nicht "richtig verhält", daher empfehle ich dir einfach ein eigenes Modem.

Vodafone wird da sicherlich nichts unternehmen.

Gruß Robert

Dies sollte eine Antwort sein - wird aber nicht in Thread-Darstellung angezeigt.


Hallo Marco,

 

der Vollstaendigkeit halber hier noch kurz ein Verweis auf meine detaillierte Analyse der Situation, welche genau beschreibt, wie das Arris-Geraet bzw. evtl. das CMTS dieses Problem verursacht: https://forum.vodafone.de/t5/Internet-Ger%C3%A4te/Business-Internet-Cable-Arris-TG3442DE-im-Bridge-M...

 

Hieraus ergibt sich insbesondere, dass die Verantwortung doch bei Vodafone liegt, da die anzuwendende Leistungsbeschreibung und die AGB angeben, dass der Zugang via IPv4 (bzw. ggf. auch IPv6) bereitgestellt wird - daher ist davon auszugehen, dass uebliche Netzwerktopologien unterhalb der IP-Schicht / Layer 3 im Rahmen der gaengigen technischen Praxis unterstuetzt werden.

 

Die Nachverfolgung der Angelegenheit erfolgt nun vermutlich weiter via Ticket.

 

Viele Gruesse
Alex

Thema eigenes Modem:

 

Davon abgesehen, dass ich nicht einsehe, 150 Euro fuer ein eigenes Modem auszugeben, ist auch nicht gesagt, dass dies irgendwas bringt - denn das in der selben L2-Broadcast-Domain befindliche CMTS koennte auch diese Filterung vornehmen.

 

Ganz davon abgesehen, dass es bis vor nicht allzu langer Zeit keine EuroDOCSIS 3.1-Modems mit hinreichend vielen Kanaelen auf dem freien Markt gab - und auch jetzt die Liefersituation fuer das TC4400 nicht gerade gut ist. Nicht zuletzt ist das TC4400 auch im End-of-Life-Status.

 

Aber dennoch danke fuer den Input, bitte meine Ausfuehrungen nicht falsch verstehen, mein Unmut in dieser Sache richtet sich klar an Vodafone Smiley (fröhlich)