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Vodafon akzeptiert Widerruf wegen nicht erbrachter Lesitung nicht
Lollinora
Daten-Fan
Daten-Fan

Hallo,

ich weiß nicht wirklich, wo ich überhaupt anfangen soll mit meinem großen Vodafon-Dilemma, aber ich versuche hier mal prägnant meine Probleme mit Vodafon innerhalb der letzten vier Monate zu schildern.

Alles begann am 03.08.2018, als ich für meine neue Wohnung einen DSL-Vertrag mit Vodafon abgeschlossen habe. Mir und meinem Lebensgefährten wurde damals mitgeteilt, dass es ungefähr drei Wochen dauern würde und dann hätten wir Internet in unserer neuen Wohnung.

 

Dann hat Vodafon uns den ersten Telekom-Techniker (unsere Leitung gehört zu Telekom) vorbeigeschickt und er tüftelte kurz am Hausanschlusskasten herum und meinte, dass wir nur noch unseren Router anschließen müssten. Das haben wir getan und es hat nicht funktioniert – die DSL-Verbindung hat dauerhaft nicht funktioniert. Daraufhin folgte eine Odyssee. Mein Partner hat dabei die Telefonate und Termine übernommen, weil ich zeitlich sehr ausgebucht bin. Er hat also eine Störung gemeldet und es wurde uns ein neuer Telekom-Techniker vorbeigeschickt – auch hier ohne Resultat; kein Internet. Das lief ungefähr 15-mal so ab. Mein Partner rief an, es wurde ein Termin mit dem Techniker ausgemacht, der Techniker schilderte uns das Problem und meinte, dass er es nicht lösen könne und ein anderer sich es anschauen müsste oder meinte, dass der Fehler behoben sei, was er natürlich nicht war.

 

Kurzer Schwank zur Kommunikation und zum Aufwand hinter der Sache:

 

Natürlich gab es auch in der Kommunikation einige Probleme, denn der Kunde kann ja alles aushalten. Entschuldigt…aber ich bin inzwischen sehr ungehalten bei diesem Thema.

Damit ein Techniker vorbeikommt, muss natürlich jedes Mal wieder mit dem Vodafon-Service ein Termin ausgemacht werden. Im Normalfall bekommt man für den Termin, für den man sich einen ganzen Tag frei nehmen muss, weil die Techniker zwischen 12-17 Uhr oder ähnlich großen Zeitspannen kommen, eine Bestätigungs-SMS. In mindestens 5 der 15 Fälle war es so, dass wir diese erhielten und dann irgendwann eine weitere mit dem Inhalt, dass beim Klingeln an unserer Wohnung keiner zu erreichen gewesen wäre, was aber nicht der Fall ist. Mein Partner hat sich jedes Mal den ganzen Tag dafür frei genommen und ist Zuhause geblieben. Es kam kein Techniker – nur die SMS, dass man uns nicht erreicht hätte. Deswegen haben wir dann angefangen einen Tag vorher nochmal beim Kundenservice anzurufen und uns den Termin bestätigen zu lassen. Auch hier war es so, dass man uns gesagt hat: „Der Termin ist eingetragen. Es kommt ein Techniker.“ Und Endeffekts kam keiner vorbei. Zudem mussten wir für jeden einzelnen Techniker-Termin noch unseren Vermieter benachrichtigen und anfordern, weil es jedes Mal den Zugang zum Hausanschlusskasten freigeben musste. Dann ist es natürlich umso ärgerlicher, wenn besagter Techniker nicht kommt: Telefonate für umsonst, aufgewendete Zeit für umsonst und den Vermieter für umsonst zu uns beordert.

 

Zurück zum Kontext:

 

Wie bereits erwähnt, haben uns verschiedene Techniker auf verschiedene Probleme verwiesen. Die meisten meinten, dass der DSL-Anschluss nicht funktionieren würde, weil das Kabel von der Straße zum Hausanschlusskasten defekt sei. Das sei aber nicht ihre Abteilung und deswegen solle sich eine andere Abteilung darum kümmern. Wenn man allerdings beim Vodafon-Kundenservice anruft, können die natürlich nichts anderes machen, als einen weiteren normalen Telekom-Techniker zu schicken, der die Endstörung durchführen soll. Es ist also eine Endlosschleife.

Dann hatten wir einen einzigen Techniker, der sich mehr als zehn Minuten unser Problem angeschaut hat…er meinte, dass die Verbindung von unserem Hausanschlusskasten zur Dose in der Wohnung defekt sei und hat uns gesagt, dass unser Vermieter eine neue Kabelverbindung durch das Haus zu uns legen muss. Wir haben darauf vertraut und unser Vermieter hat sich zeitgenommen und die neue Verbindung gelegt; und natürlich- das Problem war immer noch nicht behoben; keine DSL-Verbindung und aller Aufwand wieder für umsonst.

Nach all diesen Problemen und dem zeitlichen Hintergrund, haben wir uns entschieden bei Vodafon zu kündigen.

Am 16.10.2018 haben wir postalisch bei Vodafon ein Kündigungsschreiben mit folgendem Inhalt eingereicht:

 

„Kündigung meines Vertrags

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich, …, trete fristlos und mit sofortiger Wirkung von dem von uns geschlossenen Vertrag mit Ihnen aufgrund bisherig ausbleibender Leistungen ihrerseits und der scheinbaren Bereitschaftslosigkeit wiederholt kommunizierte Probleme zu beseitigen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

…“

 

Am 27.10.2018 rief mein Partner erneut beim Kundenservice von Vodafon an, weil wir noch keine Kündigungsbestätigung erhalten hatten. Der Servicemitarbeiter sagte ihm, dass die Kündigung bereits eingegangen sei und wir die Bestätigung am 29.10.2018 über Post erhalten würden und schickte uns einen Retourenschein für den Router.

Am 03.11 habe ich mein Konto überprüft und eine Rechnung von Vodafon über 19,99€ entdeckt. Ich habe mich natürlich gefragt, wofür mir diese abgebucht wurden, da wir ja bisher noch keinerlei Leistung von unserem Vertragspartner Vodafon erhalten hatten. Mein Partner rief am selben Tag an und erfragte den Grund dieser Abbuchung. Ihm wurde mitgeteilt, dass das die normalen Vertragskosten für den laufenden Monat seien und keine Kündigung vorliegt. Interessant, weil uns ja einige Tage vorher bereits zugesichert wurde, dass wir eine BESTÄTIGUNG für die Kündigung bekommen. Der Service-Mitarbeiter hat dann nochmal in unsere Akte geschaut und ein Beschwerdeschreiben vom 16.10.2018 gefunden. Er hat es am Telefon verlesen und hey siehe da: Wort für Wort – es war unser Kündigungsschreiben. Mein Partner hat nachgefragt, wie man denn ein Schreiben mit der offensichtlichen, großen Überschrift „Kündigung meines Vertrags“ als Beschwerde auffassen könne und erhielt folgende Antwort: „Die Kündigung klang nach einer Beschwerde wegen des letzten Abschnittes „und der scheinbaren Bereitschaftslosigkeit wiederholt kommunizierte Probleme zu beseitigen.“ Außerdem sagte er, dass nur ein großer Störungsfall registriert sei und innerhalb dieses Falls mehrere Mängel beseitigt wurden, weswegen ja eine Leistung in dem Sinne erbracht worden wäre.

 

An dieser Stelle gestehe ich ein, dass die Kündigung bzw. der Widerruf formal nicht einwandfrei war, ABER wenn die Techniker in ihre Berichte schreiben, dass Mängel behoben seien und Vodafon sich dadurch auf ihre erbrachte Leistung beruft, ist das eine pure Frechheit. Wir haben von ebendiesen behobenen Mängeln nichts, rein gar nichts, gesehen und die einzige Leistung, nämlich ein funktionierender DSL-Anschluss offensichtlich nach vier Monaten immer noch nicht erbracht wurde. Aber gut, dem sei so. Der Mitarbeiter beschwichtigte uns Endeffekts damit, dass wir den Vertrag nochmals ordnungsgemäß widerrufen sollen und er uns ein Guthaben für die 19,99 ausstellt, welches mit der nächsten Rechnung ausgeglichen werden soll. Welche nächste Rechnung??? Ich möchte den Vertrag widerrufen, weil Vodafon als mein Vertragspartner seine Pflichten nicht erfüllt und keine Leistung nach vier Monaten erbracht worden ist. Dennoch habe ich es erstmal so hingenommen…mir blieb ja nicht wirklich etwas anderes übrig.

 

Am 05.11.2018 habe ich dann ein neues Widerrufsschreiben bei Telekom postalisch eingereicht. Wortlaut wie folgt:

 

„Betreff: Rücktritt von meinem DSL-Vodafon-Vertrag wegen nicht erbrachter Leistung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit mache ich von meinem Rücktrittsrecht (§ 323 BGB) wegen nicht erbrachter Leistung Gebrauch und trete von meinem Vertrag mit der oben angegebenen Kundennummer außerordentlich und fristlos zurück.

Grund für den Rücktritt ist folgender:

Die ausbleibende DSL-Verbindung, zu Ihrem, von mir gemietetem Router und der nicht Nachvollziehbarkeit Ihrer gemeldeten Fehlerbeseitigungen zu bestehenden Verbindungsproblemen.

Darüber hinaus erlischt die Ihnen erteilte Einzugsermächtigung der monatlichen Gebühren von meinem Konto, sobald der Rücktritt wirksam wird. Des Weiteren beantrage ich jeden von Ihnen durchgeführten Einzug vom betreffenden Konto mit einer Gutschrift auszugleichen, da wir aufgrund ausbleibender Leistung ihrerseits von jeglicher Zahlungspflicht ausgenommen sind.

 

Am 16.10.2018 ging bei Ihnen bereits ein rechtkräftiger Rücktritt vom Vertrag von mir, formuliert als Kündigung, ein. Dieser wurde fälschlicherweise, Ihrer eigenen Angaben nach, als Beschwerde benannt.

Ich bitte Sie darum genanntes Schreiben hiermit als gültigen Rücktritt, aus gegebenen Rechtsnormen, zu betrachten und eben diesen vollständig abzuwickeln.

 

Bitte schicken Sie mir eine schriftliche Bestätigung des Rücktritts zu.

Mit freundlichen Grüßen,

…“

 

 

Heute habe ich ein Schreiben von Vodafon bekommen mit dem Inhalt:

 

Vodafon.png

Das ist einfach nur noch Dreistigkeit hoch 10 meiner Meinung nach. Ich bin kein Justiz-Profi, aber dennoch sehr stark davon überzeugt, dass das so nicht rechtens ist. Bei meinem Rücktritt habe ich mich auf § 323 BGB „Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung“ berufen.

 

Dort heißt es: „Erbringt bei einem gegenseitigen Vertrag der Schuldner eine fällige Leistung nicht oder nicht vertragsgemäß, so kann der Gläubiger, wenn er dem Schuldner erfolglos eine angemessene Frist zur Leistung oder Nacherfüllung bestimmt hat, vom Vertrag zurücktreten.“

 

Das ist bei uns der Fall und weiterhin heißt es, dass die Fristsetzung, die wir nicht gegeben haben, entbehrlich ist, wenn „der Schuldner die Leistung bis zu einem im Vertrag bestimmten Termin oder innerhalb einer im Vertrag bestimmten Frist nicht bewirkt, obwohl die termin- oder fristgerechte Leistung nach einer Mitteilung des Gläubigers an den Schuldner vor Vertragsschluss oder auf Grund anderer den Vertragsabschluss begleitenden Umstände für den Gläubiger wesentlich ist“.

 

Hier bin ich der Meinung, dass Vodafon genug bestimmte Fristen mit den ganzen Techniker-Terminen hatte und ich fristlos rücktreten kann.

Bitte korrigiert mich, wenn ich mich irre.

 

Was soll ich denn jetzt machen? Ich hoffe, dass ich den unglaublichen Arbeitsaufwand und Stress der mit Vodafon verbunden ist ungefähr darstellen konnte und ich habe keinerlei Interesse mehr daran meinen Vertrag mit Vodafon beizubehalten – Ausbau am 20.11 hin oder her.

 

 

 

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Ramirez
Digitalisierer
Digitalisierer

Hi @Lollinora, da ist ja alles vorhanden und bunt gemischt: "Kündigung" - "Wideruf" - "Rücktritt"

Meiner Meinung nach (wobei ich ehrlicherweise zugebe, deinen Bericht nicht bis ins letzte Detail analysiert zu haben) wäre der Rücktritt schon das richtige Rechtsmittel. Aber wie soll das jemand auslegen, der folgendes Schriftstück erhält:

Kündigung meines Vertrags

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich, …, trete fristlos

 

Ich denke aber, dass das eine Problematik ist, die eher in ein Jura-forum gehört.

Die "VF-Problematik" ist doch folgende, wenn ich das richtig verstanden habe:

 

Du hast bei VF einen Vertrag, aber bisher keine Leistung erhalten.

Ab 20.11. soll dies aber möglich sein, andernfalls räumt man ein Sonderkündigungsrecht ein

 

Wobei ich schon sagen muss, dass das Schreiben von VF nicht so ganz klar ist. Wird der Ausbau tatsächlich am 20.11. oder ab diesem Datum durchgeführt. Und ist mit "...wenn nach dieser Änderung..." bereits der 21.11. gemeint, oder ein Zeitpunkt in der nicht näher bezeichneten Zukunft .

Ich denke, wenn dein Weiterverfolgungsinteresse in dieser Angelegenheit auf dem Punkt "Vertrag ist bereits beendet" gerichtet ist, wäre evtl. fachkundiger Beistand nicht falsch.

Wenn du auf dem letzten Schreiben von VF aufbauen willst, würde ich nachhaken, was die Formulierung genau bedeutet. Vielleicht hilft da ein Moderator weiter.

 

“From the Dawn of Time we came, moving silently down through the centuries,
living many secret lives, struggling to reach the Time of the Gathering,
when the few who remain will battle to the last.
No one has ever known we were among you, until now.”

Du hättest zuerst eine Frist von z.B. 14 Tagen Vodafone setzen müsssen, das bis dahin der Anschluss geschaltet werden muss, ansonsten würdest du deinen Vertrag Sonderkündigen (Art und Weise der Sonderkündigung ist erst mal egal, das hätten die schon Verstanden, aufgrund der 15 Technikerterminen und nicht erbrachten Leistungen)

 

Das Sepa Lastschriftmandat musst du ebenfalls in einem separaten schreiben kündigen, dazu musst du deine Bankverbindung komplett angeben. Dazu muss auch keine Bestätgung seitens Vodafone kommen, jedoch am besten ebenfalls mit Frist zum spätestens xxx das Lastschriftmandat kündigen, da ansonsten Vodafone behaupten kann sie würden es erst zur nächsten Rechnungsstellung aufkündigen und dir dann die Gebühren der Bank in Rechnung stellen könnten.

 

Das schreiben von Vodafone von wegen Ausbau Ende November, glaube ist auf ein anderes Problem hinzuzuführen, nämlich ist euer Anschluss wenn ich das richtig deute von einer regionalen Störung betroffen, sprich selbst wenn euer Anschluss funktionieren würde, hättet ihr Abends niedrige Downloadraten auf bis zu unter 1MBit/s im schlechtesten Fall.
Anders kann ich diesen Ausbau nicht deuten, da hat der Kundenservice anscheinend etwas durcheinandergebracht und dein Problem auf die regionale Störung (unzureichend angemietete Bitstrom Kapaziäten geschoben)

Hallo @Julz2k Ganz so einfach ist es nicht, darum auch der Hinweis auf ein Juraforum.

Der Unterschied zwischen "Rücktritt" und "(Sonder)kündigung" ist gravierend:

Rücktritt bedeutet, der Vertrag wird rückabgewickelt und am Ende sieht alles wieder so aus, als ob es nie einen Vertrag gegeben hätte (Wirkung "ex tunc")

Eine Kündigung dagegen wirkt ab jetzt und in die Zukunft (Wirkung "ex nunc")

Aber wie gesagt, das sind juristische Feinheiten, die eigentlich nicht hierher gehören. Und die Sache mit der Frist kann man schon auch anders sehen - ob es in diesem Fall an der nicht ausdrücklich gesetzten scheitern würde, kann man nicht so ohne weiteres sagen. Da gibt es schon Spielraum.

 

Dass dagegen vom Kundenservice einiges vermischt oder überhaupt nicht verstanden wurde, glaube ich hingegen unbesehen. Deshalb eben der Verweis auf einen Moderator - oder eben fachmännische Beratung.

“From the Dawn of Time we came, moving silently down through the centuries,
living many secret lives, struggling to reach the Time of the Gathering,
when the few who remain will battle to the last.
No one has ever known we were among you, until now.”

Ich habe das selbst schon an hunderten Anschlüssen durch. In so gut wie keinem Fall hat man einen Anwalt gebraucht, außer der Anbieter ignoriert alle schreiben und schickt Textbausteine zurück.

 

Der Rücktritt ist bei Providern anscheinend nicht so geläufig, siehst du auch in dem Antwortschreiben, dort ist die Rede von Sonderkündigung.

 

Ein Moderator wird sich die Sache wohl anschauen und wenn ein Techniker hier nichts ausrichten kann die Sonderkündigung hinterlegen.

Ramirez
Digitalisierer
Digitalisierer

Na ja, eigentlich geht es ja um das:


@Lollinora@  schrieb:

ich habe keinerlei Interesse mehr daran meinen Vertrag mit Vodafon beizubehalten – Ausbau am 20.11 hin oder her. 


Und da hilft es der TE wohl nichts, wenn der Service überhaupt nicht auf das Problem "Rücktritt vom Vertrag" eingeht. Und wenn man liest, wie lange das Problem schon besteht und was die TE bzw. der Vermieter alles gemacht haben, habe ich für den "Unmut" vollstes Verständnis. Wobei die Frage ist, ob ein anderer Anbieter in der Lage ist, eine Leistung zu erbringen.

“From the Dawn of Time we came, moving silently down through the centuries,
living many secret lives, struggling to reach the Time of the Gathering,
when the few who remain will battle to the last.
No one has ever known we were among you, until now.”
Julz2k
Royal-Techie
Royal-Techie
Die Telekom wird entstören und muss entstören, allerdings nur wenn man bei denen auch einen Vertrag hat.